Empires of the Undergrowth

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Ein Nachfolger im Geiste des Klassikers SimAnt. Führe deine Ameisenkolonie trotz aller Gefahren zu nahrungstechnischem Wohlstand und besiege deine Feinde. Wir haben freundlicherweise vom Hersteller einen Key zur Verfügung gestellt bekommen, danke dafür!

Das Spiel

In Empires of the Undergrowth übernimmt der Spieler in einer detaillierten 3D TopDown Ansicht die Kontrolle über eine Ameisenkolonie bzw. über eine Ameisenkönigin, ihr Nest und einige Arbeiter. Es gilt im Erdreich Gänge und 'Räume' zu graben um dort verschiedene Larvenplätze, Nahrungslagerplätze und andere Flächen anlegen zu können. Die Ameisenkönigin ist immobil und lässt sich nicht direkt steuern. Auch arbeiten reagieren zum Großteil eigenständig, können aber über das Setzen von Pheromonen zu bestimmten Stellen gelockt werden, wo sie dann wiederum eigenständig bestimmten Tätigkeiten (Tragen, Bauen, Kämpfen) nachgehen. Ameisen sind prinzipiell keine guten Kämpfer und viele Gegner im Spiel sind einer einzelnen Ameise in mehrfacher Art und Weise massiv überlegen. Gegner, beispielsweise Spinnen, Larven, Schaben oder andere Ameisen, müssen mit zahlenmäßiger Überlegenheit überrannt werden um schlussendlich den Sieg davon tragen zu können.
Den Spieler erwartet unter anderem eine Kampagne mit mehreren Stufen, Zwischenherausforderungen und einzelnen Nebenmissionen. Man findet die eigene Kolonie in einer wissenschaftlich beobachteten Ameisenfarm wieder und die Kampagne schreitet in Form von Aufgaben der Wissenschaftler an die Kolonie voran. Hier lässt sich der eigene Ameisenstamm zur Anpassung und Evolution bewegen. Dafür notwendig ist eine zähflüssige Ressource namens "königliches Ge­lee". Hat man ausreichend davon in den Nebenmissionen und Herausforderungen gesammelt können Verbesserungen an einzelnen Ameisenarten, der Königin oder der Kolonie als Ganzes vorgenommen werden. Ansonsten bedarf es zum Erhalt der Kolonie lediglich Nahrung. Geht diese aus können keine Zuweisungen mehr erstellt werden und auch der automatische Einheitennachschub geht verloren.

Kauf & Installation

Der Titel wurde ursprünglich über den Indie-Store Itch.io vertrieben und kann dort für 19,99$ (Stand Dezember 2017) im Early Access erworben werden. Der 1GB große Download muss im Anschluss an beliebiger Stelle entpackt werden um das Spiel im starten zu können. Zusätzlich erhält man einen Schlüssel für Steam. Alternativ ist es ebenso möglich den Titel über Steam direkt zu erwerben, dann geht allerdings die Möglichkeit das Spiel DRM-frei herunterzuladen flöten. Die Installation an sich übernimmt dann der Steam-Client in Eigenregie.

Die Steuerung

Wie nahezu jedes Echtzeitstrategiespiel wird Empires of the Overgrowth mit Maus und Tastatur gespielt. Die Maus ist hierbei grundlegend ausreichend für alle Aktionen, möchte man allerdings effizienter werden lohnt es sich die Tastenkürzel der Tastatur zu verinnerlichen. Diese Kürzel lassen sich im Optionsmenü nach eigenen Belieben anpassen. Eine Option zum Spielen des Titels über ein Gamepad vermisst man im Spiel. Demnach scheint dies, für manchen Spieler nachvollziehbar, nicht möglich zu sein.

 

Graphik & Sound

Nicht nur im Vergleich zum, vermutlich, Ideengeber SimAnt glänzt Empires of the Overgrowth mit anmutiger Grafik, tollen Effekten und ausgeprägten Details. Das Spiel eignet sich also eher weniger für Menschen die Insekten als ekelerregend empfinden oder gar Angst vor eben diesen haben. Kleine schuppige Körper und Fühler lassen sich genauso gut erkennen wie jedes Beinchen. Fernab von jedem Realismus haben Höhlenwände vereinzelt angebrachte Leuchtelemente welche die unterirdischen Gänge in schönste Ambiente versetzen. Auch der Mauszeiger beinhaltet eine Taschenlampe und wirft großartige Schatten wenn er über allerlei Getier fährt.
Die musikalische Untermalung besteht aus leichter Klaviermusik und ist nicht nur für Genrefans großartig gelungen. Empires of the Overgrowth gehört damit zu der Kategorie Spiel wo die Beigabe des Soundtracks in einer Super Sonder Deluxe Fassung einen tatsächlichen Mehrwert und nicht nur krude Klänge mit sich bringt. Die sonstige Vertonung könnte bei sensiblen Menschen ebenso wie die grafische Darstellung zu Abwehrreaktionen führen, sind doch allerlei Zisch- Knatsch- und Matschgeräusche jederzeit zugegen welche die Tonkulisse einer echten Ameisenkolonie imitieren sollen. Einige Geräusche mag man sogar aus diversen Tierdokumentationen wiedererkennen. Ebenfalls gelungen bzw. schön schaurig.
Das Spiel, speziell die Kampagne, sind mit Kommentaren der Wissenschaftler und den Anweisungen eines Sprechers aus dem Off versehen. Während besagter Sprecher exzellente Arbeit geleistet hat und wunderbar in jede gute Geisterbahn passen würde, klingen die Stimmen der Wissenschaftler ein bisschen amateurhaft.

Hardwareanforderungen

Laut der Steamseite wird mindestens ein Intel Core i3-4340 oder aber AMD FX-6300 Prozessor zum Spielen benötigt. Auch sollte euer System mindestens 4 GB RAM vorhalten. Grafisch kann der Titel brillieren, benötigt aber entsprechende Hardware dafür. Eine nVidia GeForce GTX 660 mit 2GB oder aber eine vergleichbare AMD Radeon HD 7850, ebenfalls mit 2GB, sollte ausreichen um den Titel einigermaßen spielbar zu erleben. Eure Festplatte wird nach der Installation um weitere 2 GB gefüllt sein.

Tests auf einem TUXEDO Book XC1706 verliefen erwartungsgemäß bei vollen Details reibungslos. Ein AMD A8-3850 Desktop-PC mit 8GB Ram und AMD Radeon RX 460 (padoka PPA stable) zeigte vereinzelte Stotterer bei der Wiedergabe von Audio, lieferte aber sonst auch bei vielen Einheiten (~100) auf dem Display (Full-HD) stabile 30FPS.
Auf einem 2,00 GHZ Dual-Core Notebook mit ATI/AMD Grafik und auf einem altbewährten 2-Kern Netbook lies sich das Spiel nicht starten. Dem Intel-Grafikchip des Netbooks fehlte es an Puste (openGL nicht ausreichend) und das AMD-Notebook gab auch nach mehreren Minuten und dem Status "running" kein Bild aus.

Sonstiges

Empires of the Overgrowth darf nicht nur als reines Unterhaltungsspiel angesehen werden. Immer wieder wird der Spiel mit den lateinischen Namen diverser Gattungen und Tiere konfrontiert und lernt reale Fakten über die Lebensweise und Herkunft diverser Spezies. Das grandiose? Der Spielspaß ist für Genrefans so ausgeprägt dass man sich gar nicht belehrt sondern unterhalten fühlt. Unterschwellige Bildung. Sehr gut.
Es existiert eine Demoversion bzw. eine sehr frühe kostenlose Entwicklungsversion des Spiels, unter anderem zu finden auf IndieDB.

Screenshots und Videos