DiRT Rally

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DiRT Rally ist das offizielle Spiel der FIA Rallycross Championships. Dadurch ist es möglich, dass die bekannten Fahrzeuge wie der MINI Cooper S oder der Lancia Delta S4 gefahren werden können. Die Rennstrecken verteilen sich über Griechenland, Wales, Monte Carlo, Deutschland, Finnland und Schweden. Ortsbedingt sind dadurch auch verschiedene Umgebungen wie Matschstrecken, Staubwege und Schneestrecken möglich. Auch Wettereinflüsse spielen eine Rolle.

Nachdem am 02.03.2017 Dirt Rally endlich für Linux veröffentlicht wurde, haben wir (also holarse) uns dank eines Keys von Feral Interactive aufgemacht, das ganze ausgiebig für euch zu testen.

Allgemeines zu Gameplay und Realismus

Der Vorgängerteil von Dirt Rally (Dirt 3), war schon was Grafik und Fahrphysik angeht, weit weg von einem einfach Arcade Racer. Es war zwar keine Simulation aber im ganzen Sim-cade Genre schon recht gut dabei. Dirt Rally setzt hier aber nochmal ordentlich einen drauf. Es nutzt im Grunde dieselbe Engine wie Dirt 3, nur wurde diese in Sachen Optik und vor allem in Sachen Physik, kräftig überarbeitet. Alle Fahrzeuge fühlen sich auf jeglichen Untergründen wunderbar nachvollziehbar an und lassen sich Gefühlt wie echte Rally-Wagen fahren. Fahrwerke, Reifen und auch die verschiedenen Motorisierungen und Antriebskonzepte die in den letzten Jahrzehnten benutzt wurden, bringen ein wahrlich realistisches Feeling rüber.

Spielmodi und Ablauf

Im Grunde sagt der Spieltitel ja schon genau um was es geht: Rally!

Hier hat man aber nun Mehrere Möglichkeiten. Zum einen kann man einen einfachen individuellen Event Starten, wahlweise Rally, Rallyecross oder Hillclimb. Auf der anderen Seite (was für die meisten interessanter sein wird) kann man sich für eine Karriere entscheiden.

Performance

Dass Dirt Rally ein ziemlich leistungshungriger Titel ist, ist weitestgehend bekannt. Doch wie sieht es denn mit dem Linux Port aus?

An sich ist an den Einstellungsmöglichkeiten absolut nichts auszusetzen. Selbst mit den niedrigsten Grafikeinstellungen sieht Dirt Rally wahnsinnig gut aus. Die Performance lässt aber unter schwächeren Systemen (besonders mit schwächeren CPU’s) etwas zu wünschen übrig.

Mit meinem alten System (AMD FX-8350, 16 GB DDR3, Nvidia GTX780OC, Ubuntu 16.10) habe ich es geschafft mit der niedrigsten Grafikvoreinstellung durchschnittlich 40 FPS zu erreichen. Was ist hier der Knackpunkt? Ganz klar die CPU, denn diese hat durchschnittlich eine Auslastung von 100% auf den ersten 4 Kernen … und die anderen 4 Kerne? Die wurden nicht mal verwendet! Woran das lag? Das kann ich selbst nicht sagen…

Mein aktuelles System (AMD Ryzen7 1700X, 8 GB DDR4 2400Mhz, Nvidia GTX780OC, Ubuntu 16.10) verspricht hier schon ganz andere Dinge! Alle 16 Threads werden Simultan genutzt und leisten hervorragende Arbeit. Hier werden auf höchsten Einstellungen mit eingeschaltetem VSync problemlos 57 – 60 FPS erreicht. Mit nebenher laufender Aufnahme sieht das nicht wirklich schlechter aus. Einzig MSAA kann ich nicht aktivieren, da sich hier meine doch etwas in die Jahre gekommene Grafikkarte, etwas überfordert fühlt. Genauere Daten hierzu und ein Direkter Vergleich zwischen Windows 10 und Ubuntu 16.10 findet ihr im Kurz Angespielt auf unserem YouTube Kanal.

Online kann man in der Liga fahren, eine selbsterstellte Meisterschaft beginnen oder ein Spieler gegen Spieler starten. Ein LAN-Modus ist nicht möglich. Das Spiel ist auch an CodeMasters RaceNet angeschlossen.

Mein Fazit

Ich selbst bin ja schon seit einigen Jahren im Rennspiel Genre zuhause. Rally Games haben mir bisher aber nur sehr selten gepackt. Dirt Rally setzt hier aber wirklich ganz neue Maßstäbe. Es ist eine tolle Herausforderung mit den einzelnen Fahrzeugen umzugehen und auf Bestzeitenjagd zu gehen. Es ist für jeden Rennspielenthusiasten, der sich mit dem Genre auseinandersetzen will, absolut empfehlenswert.

Im Karrieremodus fängt man unten an und arbeitet sich mit seinem Team an die Spitze. Mit dem aus den Rennen gewonnen Geld lassen sich Verbesserungen für das eigene Fahrzeug erwerben. Beschädigungen kann das Team zwischen den Rennen natürlich reparieren.

Besonders hervorzuheben ist noch der Multiplayer, der hier crossplattform-fähig ist und somit Rennen zwischen Linux und Windows ermöglicht. Seit dem 02. März 2017 ist das Spiel für Linux im Feral Store und auf Steam für €49,99 erhältlich.

Troubleshooting

Hängendes Menü beschleunigen

DiRT Rally sei ressourcenhungrig, heißt es immer wieder. Das Spiel selbst lässt sich allerdings mit Abstrichen bei der Darstellung trotz alter oder weniger potenter Hardware gut spielen. Allerdings kann es sein, dass man sich erst einmal durch ein sehr zäh reagierendes Spielemenü quälen muss. Schuld daran ist das Hintergrund-Video: Es handelt sich dabei um ein 1920x1056 großes VP9-Video mit 60 fps im webm-Container - keine leichte Kost, schon gar nicht, weil Hardwarebeschleunigung für VP9 rar gesät ist.

Glücklicherweise kann man dem internen Video-Player auch andere Videos unterschieben, so lange die Nomenklatur eingehalten wird. Das abzuspielende Video liegt im Verzeichnis ~/.steam/steam/steamapps/common/DiRT\ Rally/share/data/video und trägt den Namen dirt_rally_fe_bg_30fps.webm.

Anscheinend lässt sich statt dem Video auch ein statisches Bild "abspielen", was die CPU-Belastung auf ein Minimum reduzieren sollte. Ich ("mitscherdinger") wollte allerdings das Video auf meinen eh nicht ganz so hochauflösenden Monitor anpassen, was die Ressourcenbelastung auf ein für mein System (AMD A8-7600 APU) erträgliches Maß reduzieren sollte. Als Freund der Kommandozeile war ffmpeg das Tool der Wahl.

Zuerst wird das Original im Verzeichnis ~/.steam/steam/steamapps/common/DiRT\ Rally/share/data/video mit einem anderen Namen versehen. Falls man später auf bessere Hardware zugreifen kann oder aus sonstigen Gründen den Originalzustand wiederherstellen will:

mv dirt_rally_fe_bg_30fps.webm dirt_rally_fe_bg_30fps.orig.webm

Danach wird ffmpeg angewiesen, das Video zu verkleinern. -s beschreibt die neue Auflösung, -r die Wiederholrate und -b:v die Bitrate. Die Bitrate habe ich Pi*Daumen so ermittelt (wahrscheinlich total falsch): 1366x768 sind ungefähr halb so viele Pixel wie 1920x1056, also halbe Bitrate. Dazu kommt die halbe Wiederholrate mit 30 statt 60 fps, also noch einmal halbe Bitrate. Das Original besitzt laut ffmpeg eine Bitrate von 5873 kb/s, das neue Video soll demnach ca. ein viertel so viel haben, um die Qualität auf einem hohen Niveau zu halten. (Lässt man die Option -b:v weg, nutzt ffmpeg per default 200kb/s, was deutliche Artefakte im Video hinterlässt):

ffpmeg -i dirt_rally_fe_bg_30fps.orig.webm -s 1366x768 -r 30 -b:v 1500k dirt_rally_fe_bg_30fps.webm

Das neue Video hinterlässt einen guten Kompromiss aus Menü-Schnelligkeit und Hintergrundvideoqualität.

Problem mit "sehr niedrigen" Shader-Details

Mit geringsten Qualitätseinstellungen lässt sich DiRT Rally auch unter den angegebenen Minimalanforderungen in akzeptabler Qualität betreiben. Allerdings tritt in der kleinsten Shader-Details-Stufe (zumindest mit dem radeonsi-Treiber) immer wieder ein Fehler auf, der das Spielen unmöglich macht: Die Rennstrecke wird an der Startposition gelegentlich wie überbelichtet dargestellt. Wer allerdings sofort auf "Pause" wechselt, kann vor Ende des Countdowns die Grafik wieder in einen spielbaren Zustand zurückversetzen: Dazu in Optionen->Grafik->Qualität - Erweitert wechseln und die Shader-Details kurz auf etwas anderes als sehr niedrig stellen. Das war's! Um die Framerate nicht allzu sehr einsacken zu lassen, kann nun wieder - bis zum nächsten Grafik-Fehler - auf sehr niedrig zurück gestellt werden.

Spiel startet nicht unter openSUSE

Hierzu muss Steam mit dem Startparameter

STEAM_RUNTIME_PREFER_HOST_LIBRARIES=0 steam

gestartet werden. Am besten stellt man das in einem extra Icon auf dem Desktop ein.

Screenshots und Videos
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