NetHack

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Nethack ist ein sog. 'Roguelike'. Der Name kommt vom Spiel 'Rogue', welches irgendwann in den grauen Vorzeiten der Mainframes und Terminals geschrieben und gespielt wurde. :) (und auch noch bis heute gespielt wird). Es war/ist ein RPG, dessen Art und Weise Ereignisse darzustellen zu seiner Zeit als revolutionär galt. Anders als die bis dahin sehr verbreiteten Text-RPG benutze 'Rogue' ASCII-Zeichen um den Spieler, Monster, den Dungeon und die Items darzustellen. 'Rogue' war das erste seiner Art. Dann kam irgendwann mal 'Hack' welches dann zu 'Nethack' weiterentwickelt worden ist. Das "Net" steht übrigens nicht für so etwas wie Multiplayer im Netz sondern für die Art und Weise wie es entwickelt wird: über das "Net" eben. ;)

Um es kurz zu machen: 'Nethack' ist ein rundenbasiertes RPG in ASCII-Darstellungsweise (das ist aber nicht zwingend: es gibt mehrere X11-Interfaces).

Was ist 'Nethack'?

Also erst mal ein bisschen was zur Story: du führst ein ruhiges Leben in deinem Dorf, bist eigentlich glücklich und zufrieden in deiner täglichen Arbeit und hast an sich keine weiteren Sorgen. Doch du hast dich stets nach einem Leben in Abenteuer und Gefahr gesehnt. In deinen nächtlichen Träumen streifst du durch seltsame Gewölbe und Kerker die angefüllt sind mit Gefahren, schrecklichen Gegnern, aber auch großen Reichtümern und Schätzen. Eines Nachts wachst du wieder einmal schweißgebadet aus einem solchen Traum auf und diesmal hast du eine Entscheidung gefällt: du wirst dein bisheriges Leben aufgeben und ausziehen, die Gefahr zu suchen, und sollte es dein Untergang sein. Was du nicht weißt: dein Gott schickt dir Nacht für Nacht diese Träume und impft dir jene Gedanken ein, denn du sollst für ihn das mächtige Amulet von Yendor aus den Katakomben des Labyrints der Plagen bergen, jenes Schmuckstück, das sogar die Götter ob seiner Macht fürchten denn es kann sterbliche Kreaturen wie dich zu ihresgleichen machen, oder bei dem Versuch sterben...

Wie man schon an meiner Einleitung lesen kann steckt eine ganze Menge hinter Nethack und die Story nimmt bisweilen sehr groteske Formen an und ist für jede Klasse ein wenig anders. Über alles wurde nachgedacht, nichts ist zufällig. Ihr werdet's schon merken… :)

Konfiguration

Bevor man anfängt sich an 'Nethack' zu erfreuen sollte man es erst einmal ordentlich konfigurieren. Dies geht für jeden einzelnen User mit der Datei "$HOME/.nethackrc". Natürlich hängt die optimale Konfiguration von den jeweiligen Vorlieben des Spielers ab. Diese Einstellungen sind für den Anfänger möglicherweise am sinnvollsten:

OPTIONS=windowtype:x11,!autopickup,extmenu,!IBMgraphics
OPTIONS=number_pad,!cmdassist,color,lit_corridor,rest_on_space

Die hier verwendeten Optionen bewirken folgendes:

windowtype:x11 sorgt dafür, das das X11 Interface genutzt wird. Dies ist für die meisten von euch sicherlich die beste Wahl, weil nicht jeder jedesmal zur Konsole wechseln will um ein Spielchen zu wagen. Weitere mögliche Werte sind 'tty' für normale Konsole (auch xterm) oder je nachdem was mit einkompiliert wurde auch 'qt', 'gnome' oder gar 'noegnud'. Im standard-Binary von Nethack befinden sich aber nur 'tty' und das hier verwendete 'x11'.

!autopickup gilt hier als negiertes autopickup, also werden per default nicht alle Items aufgenommen. Das ist insoweit sehr sinnvoll, weil man bestimmt selber entscheiden will welche Items man aufnimmt und welche nicht (verfluchte sollte man schon aus Prinzip liegen lassen). In dieser Verbindung sei auch gleich mal die nächste wichtige Taste angemerkt: mit 'Komma' nehmt ihr dann Items auf. Siehe Guidebook.

extmenu bewirkt eine komfortablere Selektion während des Inventarmanagements.

!IBMgraphics negiert die Benutzung der VGA-Grafiken. Da wir ja unter X11 spielen wollen und nicht jeder den (unten noch behandelten) VGA-Font auf seinem System hat müssen wir diese Option erst einmal ausschalten. Auf einer richtigen Konsole, also KEINEM xterm oder so, kann man in der Verbindung mit windowtype=tty dies Option aktivieren (einfach das ! löschen) und sich über eine bessere Darstellung freuen. Ein beliebiger Terminal-Emulator kann zwar auch mit dieser Option umgehen, aber nur wenn man ihm vorher mitgeteilt hat das er einen VGA-Font benutzen soll, ähnlich dem X11-Interface.

lit_corridor ist einfach nur eine kosmetische Option, die regelt ob erleuchtete Korridore helller dargestellt werden. Es ist sinnvoll diese Einstellungen beizubehalten.

number_pad ist wohl eine der wichtigsten Optionen. Mit dieser Einstellung und eingeschaltetem NUM_LOCK steuert man seinen Charakter via dem Nummernblock. Ansonsten mütet ihr nälich die Roguelike-Steuerung beherrschen, die nicht wirklich einsteigerfreundlich ist. Für Notebooks jedoch, die ja in den seltensten Fällen über einen Nummernblock haben, wird es nötig sein, diese Option zu negieren bzw. einfach nur wegzulassen.

rest_on_space lässt euch beim Druck auf die Space-Taste eine Runde rasten. In Verbindung mit einem Command-Count (siehe Guidebook) kann man auf diese Art und Weise seiner Hitpoints und Powerpoints (Mana, für die Diablo-Spieler unter euch :)) wieder auf Vordermann bringen. Aber Vorsicht: nicht verhungern. Ferner sollte man bei dieser Option aufpassen, das man nicht mitten im Kampf aus Versehen Space drückt um eine Textmeldung verschwinden zu lassen. Drückt man es nämlich einmal zuviel hat der Gegner einen ganzen Zug frei. Das kann schon mal zu dem verhassten "You die..." führen. Wenn ihr also damit Probleme habt solltet ihr diese Option doch lieber negieren und fortan mit "." rasten.

!cmdasist schaltet einen nervigen Assistenten aus, der sich immer dann meldet, wenn ihr einen ungültige Eingabe macht.

color .... was wohl?! ;)

Die restlichen Einstellungen sind per Default relativ sinnvoll. Wenn man sich später erstmal in die Konfiguration von Nethack eingewurstelt hat kann man sich natürlich seine eigene .nethackrc zusammenbasteln. Bei dieser Konfiguration wird über den Nummernblock der Tastatur gespielt (Num_Lock muss an sein). "8" ist ein Zug nach Norden, "2" einer nach Süden usw. "Space" ist eine Runde rasten. Mehr müsst ihr erst einmal nicht wissen ;). Achja.... noch eine Sache: über "?" kommt ihr ins Hilfe-Menü, wo ihr euch ALLE Kommandos in Ruhe anschauen könnt und solltet.

Zocken

So, ihr konntet es doch bestimmt nicht erwarten, endlich loszulegen, gelle? ;) Wenn ihr das Spiel das erste mal startet werdet ihr als erstes gefragt, ob eine Klasse, Rasse und Geschlecht für euch ausgewählt werden soll. Falls ihr mit 'y' antwortet findet ihr euch als nächstes sofort im eigentlichen Spiel wieder. Falls ihr mit 'n' antwortet müßtet ihr erst einmal selber die Wahl treffen, was ihr sein möchtet. Gute Anfängerklassen sind 'Valkyrie', 'Samurai' und 'Barbarian'.

Dann findet ihr euch wie schon gesagt im Spiel wieder. Das '@' stellt euren Charakter dar. Die vielen Zahlen stellen Eure Werte und Statistiken dar (Stärke, Intelligenz… halt der ganze RPG-Kram ;)). Die meisten sind selbsterklärend, bis auf die 'Armor Class'. Ander als von zB. Diablo her sind niedrige AC besser als hohe (-10 ist ganz okay, aber um zu gewinnen werdet ihr igendwas zwischen -35 bis -45 brauchen; Das "höchste" was ich je erlebt habe waren -97.), da dies den Malus angibt, den Gegner auf ihre Attacken erleiden. Merkt euch diesen Umstand, es fällt für den Anfang nämlich erst einmal schwer das zu realisieren. Die Textstrings am oberen Rand zeigen die Meldungen des Spiels an.

Andere Buchstaben stellen normalerweise Gegner dar. % sind Nahrungsmittel usw. Das Zeichen '^' kennzeichnet Fallen, von denen es übrigens reichlich in Nethack gibt. Die sog. Polymorph-Trap wird noch mal euer schlimmster Albtraum werden :D. Ein weiteres *sehr* wichtiges Symbol ist dieses '<'. Merkt es euch gut, wo auf dem jeweiligen Dungeon-Level diese Dinger sind. Es sind eure Fluchtwege auf den vorherigen Level und sollte immer wenn eine schwere Situation auftritt genutzt werden bis sich die Lage beruhigt hat. Man geht Treppen mit der '<'-Taste hinauf, Mit '>' geht man sie hinab. Es würde den Rahmen dieser kleinen Vorstellung sprengen alle Symbole erklären zu wollen. Dazu bietet Nethack die Ingame-Hilfe und das sog. "Guidebook". Zu finden ist dieses immer im Nethack-Installations-Verzeichniss.

Ein Kommando sei euch aber noch ans Herz gelegt: Mit '/' kann man jedes sichtbare Symbol auswählen und sich sagen lassen um was es sich dabei handelt. Ausserordentlich wichtig, wenn ihr nicht gleich wegen jedem Mist ins GB schauen wollt oder einfach nur mal einen Gegner aus der Ferne identifizieren wollt. Drückt einfach '/', bewegt den Cursor auf das fragliche Objekt und drückt '.'

Trotzdem gilt: LEST DAS GUIDEBOOK!

Graphik & Sound

Um die Grafikausgabe im Normalen X11-Interface ein wenig augenfreundlicher zu gestallten möchtet ihr vielleicht lieber die Option IBMgraphics verwenden. Doch dafür ist noch ein wenig Vorbarbeit nötig. Aber keine Angst, ist alles halb so wild. :)

Kopiert die Datei vga.pcf.gz in euer "font/misc/" Verzeichniss (normalerweise "/usr/lib/X11/fonts/misc/"). Wechselt dann da hinein und gebt ein: 'mkfontdir; xset fp rehash'. Dannach kopiert ihr einfach diese .Xdefaults in euer Home-Verzeichniss oder erweitert eure Bestehende mit deren Inhalt (ACHTUNG! Der Inhalt dieser Datei vergrößert die Standard-Fontgröße ALLER xterms. Ein trauriger Umstand der meiner Faulheit geschuldet ist: ich wollte xterm und X11-Einstellung für Nethack alle optimal unter einen Hut bringen mit dem Resultat das ich die Einträge nicht mehr auseinander halten kann.... :p). Nun löscht ihr noch in der .nethackrc das Ausrufezeichen vor 'IBMgraphics'. Das sollt es auch schon gewesen sein...

Wer lieber in einem xterm spielen möchte aber aber auf IBMgraphics partout nicht verzichten mag, der startet sein xterm einfach mit dem Parameter '-font vga' nachdem er die obige Prozedur durchgeführt hat.

Installation

Die Installation kann sich unterschiedlich gestalten. Die meisten Distributionen liefern 'Nethack' gleich als RPM oder DEB mit. Für die jeweils neueste Version (Version 3.4.3.) sollte man unter 1 nachsehen. Dort wird ein Binary als gzip-tes TAR-Archiv angeboten. Das Binary wird schlicht und ergreifend nach "/" entpackt und fertig ist der Lack.

Sollte jedoch das offizielle Binär-Paket bei euch wider Erwarten NICHT laufen (man denke dabei an verschiedene glibc-Versionen, fehlende Bilbiotheken oder was auch immer) bleibt euch nur der Umweg über das Selberbauen. Das kann in regelrechte Arbeit ausarten, denn man muss mehrere Header-Dateien und Makefiles von Hand anpassen. Zum Glück gibt es auch dafür Abhilfe unter. Damit reicht der bekannte Unix-Dreisatz ./configure && make && make install im Source-Verzeichnis aus um eine aktuelle Version auf euer System zu zaubern.

Screenshots und Videos