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Ein Rollenspiel im Geiste von Final Fantasy.

Das Spiel

KQ erinnert an die frühen Rollenspiele zwischen 1990 und 1995. Das Kampfsystem ist offensichtlich von der Final Fantasy Reihe übernommen. Mit seiner Pixelgrafik lockt das Spiel keinen shader- und kantenglättungsverwöhnten Zocker mehr hinter dem Ofen hervor. Spieler mit dem Augenmerk auf Inhalte und Retrofans können mit dem Titel allerdings ihren Spaß haben. Die Geschichte wird detailliert und in englischer Schriftform durch Sprechblasen am unteren Bildschirmrand an den Spieler weitergegeben.

Wer das zugrundeliegende Spiel bereits abgeschlossen hat und mehr haben möchte, der sei noch auf KQ - The Betrayer verwiesen.

Gameplay

Als Spieler wird man nach dem Spielstart mit einer automatisch ablaufenden Introsequenz begrüßt. In dieser lernt man verschiedenste Charaktere im Schnellverfahren kennen, welche, jeder für sich, einen mysteriösen Brief erhalten, mit der Anweisung einen bestimmten Ort für weitere Instruktionen zu bereisen. Dort treffen sich anschließend alle und bekommen die Instruktionen für ihr gemeinsames Ziel das Böse zu verhindern. Die Gruppe löst sich auf und alle Abenteurer ziehen alleine ihrer Wege. Im Anschluss, also nachdem man die Instruktionen für das bevorstehende Abenteuer erhalten hat, übernimmt man als Spieler und steuert einen einzelnen Helden auf seinem Weg zur Erledigung der gestellten Herausforderung. Relativ schnell trifft man in den unterschiedlichsten Situationen auf weitere Charaktere aus der Anfangssequenz. Häufig stecken diese in Schwierigkeiten oder definieren ihr Vorankommen als Einzelperson als gescheitert. Kurzum, die Charaktere schließen sich im Laufe des Spiels zu einer Gruppe zusammen und können vom Spieler in einer Gruppe von 2 Personen geführt werden. Entschließt man sich dazu einen Charakter gegen einen anderen zu tauschen, kann man die eingetauschten Personen später im Haus des initialen Questgebers wieder abholen um sie erneut in das 2er Gespann zu integrieren. Interessant ist hier, dass man als Spieler nicht an einen Haupthelden gebunden ist. Auch der Charakter mit dem man das Spiel gestartet hat kann abgewählt und gegen jemand anderen ersetzt werden.
Die Charaktere unterscheiden sich jeder für sich in ihren Begabungen und Fähigkeiten. Ein Kämpfer kann nicht zaubern, schlägt dafür aber ordentlich zu und verteilt mit Spezialattacken ordentlich Prügel. Zauberer hingegen sind im Kampf mit regulären Waffen im Nachteil, können aber solange sie über ausreichend Mana verfügen diverse zuvor erlernte, an den Elementen angelehnte Zauber ausführen. Sonderrollen wie Heiler oder Diebe sind Hybriden aus beiden Klassen und bringen ihre eigenen Spezialfähigkeiten mit.
Alle aktiven Helden erhalten nach jedem erfolgreichen Kampf Erfahrungspunkte, was früher oder später zu einem Stufenaufstieg führt. Hierbei verbessern sich die Charakterwerte wie Gesundheit, Schnelligkeit und Angriffstärke aber auch weitere relevante Werte steigen mit der Zeit an. Zaubernde Helden erhalten alle paar Stufen neue Zaubersprüche, wenn Sie diese nicht schon zuvor über ein teuer zu erwerbendes Buch erhalten haben.
Neben Erfahrungspunkten erhält man im Spiel für den Triumph im Kampf ebenfalls Geld, mit man sich in den Ortschaften und bei Händlern mit nützlichen Utensilien eindecken kann. Hier lassen sich ebenfalls alte Ausrüstungsgegenstände zu Geld machen. Für schnelle Heilung sorgen Übernachtungsmöglichkeiten in Form von kostenpflichtigen Hotels.

Steuerung

Die Steuerung gelingt einzig über die Tastatur, dabei wäre eine Unterstützung für einen Gamepad sehr angenehm und würde den Retroeffekt weiter steigern. Abhilfe könnte Joy2key schaffen (bisher nicht getestet, wir freuen uns über Kommentare & Ergänzungen des Artikels).

Installation

KQ kann direkt als Quellpaket vom Sourceforge Projekt bezogen werden. Das Spiel lag einige Zeit in den Ubuntu-Softwarequellen vor, mittlerweile ist es dort aber verschwunden. Interessierte müssen den Titel selbst bauen um ihn im Anschluss spielen zu können.

Kann, muss aber nicht komplett im Terminal ausgeführt werden.
Zuvor sind einige zusätzliche Pakete zu installieren. Die nachfolgende Liste mag unvollständig sein und beinhaltet nur die Pakete die während eines Tests unter Ubuntu 16.04 notwendig waren.

sudo apt install liballegro4-dev liblua50-dev libdumb1-dev libaldmb1-dev liblua5.1-0-dev liblualib50-dev

Wurden die Pakete erfolgreich eingespielt, bezieht man via 'wget' das aktuellste Quellpaket zum Spiel

wget https://downloads.sourceforge.net/project/kqlives/KQ/20091214/kq-0.99.tar.gz

dieses heruntergeladene Archiv entpackt man an eine beliebige Stelle, beispielsweise in den Ordner 'games' im Home-Verzeichnis.
Anschließend navigiert man, nun unbedingt im Terminal, in den soeben entpackten Ordner und startet dort erst 'configure' und dann 'make'.

cd ~/games/kq-0.99/
./configure
make

Im Anschluss, falls kein Fehler aufgetreten ist, hat man im Verzeichnis eine Datei 'kq' die sich direkt starten lässt.

./kq

Kein Ton

Gibt KQ keinen Ton von sich könnte das an Pulse Audio liegen. Über diesen Workaround war das Aktivieren der Tonausgabe im Spiel (diese war vorher nicht aktivierbar und auf "off" geschaltet) möglich.

Wechselt in das /user Verzeichnis (/home/user).
Legt dort eine Datei mit dem Namen .allegrorc an.
Bearbeitet die Datei und verpasst ihr folgenden Inhalt:

[sound]
digi_card = OSSD

Das sollte genügen. Nun das Spiel noch starten und über die Optionen den Sound aktiveren.

Screenshots und Videos
meldrian
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Beigetreten: 12.05.2009
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Der "Kein Ton"-Workaround scheint nicht mehr zu funktionieren.
Getestet unter *irgendeinem*-Mint und Ubuntu 16.04.
Kann das jemand bestätigen bzw. hat jemand eine Lösung?