Valhalla Hills

Bild des Benutzers comrad

Das erste Strategiespiel vom Adventure-Hersteller Daedalic Entertainment. Es lehnt sich an die Klassiker Die Siedler 2 und Cultures, dass ebenfalls vom Entwickler Funatics stammt, an. Es ist nativ für Linux auf Steam seit Anfang Dezember 2015 erhältlich.

Eines morgens schaut man in sein Postfach und findet dort eine Presseveröffentlichung von Daedalic. Oh schön ein neues Adventure, denkt man sich jetzt vielleicht. Ähnliche Neugier stellte sich bei mir ein, als ich dann
las, dass es sich bei dem neuen Spiel um eine Art Aufbaustrategie handeln soll. Daedalic tritt hier als Publisher für Funatics auf, die schon früher durch solche Art Spiele, insbesondere die Siedler-Titel, bekannt geworden sind.

Neugierig geworden haben uns Daedalic Entertainment freundlicherweise eine Kopie des Spiels zum Testen und Anspielen zukommen lassen. Wir bedanken uns an dieser Stelle dafür recht herzlich!

Nun zum Spiel, der Name lässt es schon erahnen, in Valhalla Hills dreht es sich um Wikinger. Diese sind nämlich von Odin auf den Boden der Tatsachen zurückkatapultiert worden und müssen sich nun mit Ehre und harter Arbeit wieder ihren Weg nach Asgard erkämpfen. Dabei lässt Odin sie auf viele Berge und Hügel klettern. Dort müssen die Kämpfer die eisigen Gegner besiegen, um durch das Portal in neue Ländereien transportiert zu werden. Dort gilt es von vorne zu beginnen und noch mehr Ehre und Mut zu sammeln.

Klingt recht einfach oder? Nun ja, leider haben die Wikinger ihren eigenen Willen. Und du als Spieler keinerlei direkte Kontrolle darüber. So gibt der Spieler Baubefehle und grundlegende Kommandos, wie zum Beispiel den Sturm auf das Kartenportal. Darüber hinaus lässt sich noch steuern, was in den Gebäuden konkret gebaut werden soll. In der Werkstattschmiede muss man beispielsweise dafür sorgen, dass immer genügend passendes Werkzeug vorhanden ist. Für dieses benötigt der Schmied selbstverständlich einiges an Rohmaterial. Das ist die Aufgabe des Spielers, dieses zu besorgen und sich darum zu kümmern, dass immer genügend Material vorhanden ist.

Die Wikinger selbst kommen zwar deinen Kommandos nach, aber wenn der Hunger oder die Lust nach Plauderei überhand nimmt, dann wirken deine Bauaufträge gegen den knurrenden Magen nur wie Flüsterei. An Arbeitskräften wird es dem Spieler nicht mangeln, denn diese kann er jederzeit nachbestellen - und sie kommen dann sogleich vom "Himmel" gefallen. Schlafplätze sind dabei selbst verpflichtend. Erst einladen und vom Himmel holen und dann muss man unterm Baum schlafen in der Nacht? Kein Wunder, dass der Wikinger dabei schlechte Laune bekommt und der Arbeit doch eher abgeneigt ist.

Die Karten werden mehr oder wenig zufällig generiert. Je nach Schwierigkeitsgrad unterscheiden sie sich dann doch. So sind die ersten zwei Missionen noch recht flach, geht es ab der dritten Mission schon hoch in die
Berge. Dort müssen die Gebäude dann noch auf einem Fundament gebaut werden, was den Ressourcenverbrauch hochtreibt.

Wie in den Siedlern geht es dann im späteren Spielverlauf sehr darum den Warenfluss zu steuern, an geeigneten Stellen Lager anzulegen und die insgesamt ab der dritten Mission sehr rasant wachsenden Bauhierarchien geschickt auf den doch recht engen Berglandschaften anzulegen. Wenn man dann noch die Wikinger mit Met, gutem Essen und fröhlicher Gesellschaft bei Laune hält, steht der Eroberung des Portals nichts mehr im Wege.

Anfangs war die Steuerung etwas gewöhnungsbedürftig. Insbesondere die zurück wippende Kamera beim nach Links- und Rechtsschauen hat mich irritiert. Auch fand ich die Steigerung des Schwierigkeitsgrads insbesondere mit den Massen an neuen Gebäuden ab der dritten Mission etwas überwältigend. Wenn man dem ganzen aber ein wenig Zeit gibt, kommt man dennoch gut rein, denn Zeitdruck gibt es in dem Spiel kaum. Wenn deine Wikinger allerdings alle Bäume gefällt haben, wars das. ;-)

Grafik

Die Grafik des Spiels kommt etwas spielerischer und teilweise, so meine Meinung, detailärmer rüber, als man es zum Beispiel von den früheren Siedler-Teilen gewohnt war. Die Grafik ist hübsch, aber ich glaube ein wenig
mehr Detailreichtum in der Landschaft direkt hätte hier dem Spiel nicht geschadet. Die Gebäude, Wikinger und Hintergrundgrafikten sind dagegen sehr hübsch anzusehen. Das ganze Spiel ist in einem etwas comichaften Look gehalten, was natürlich Geschmackssache ist. Insgesamt glaube ich, dass sie die Unreal Engine 4 hier nicht vollends ausgereizt haben. ;-)

Portierung

Die Linuxunterstützung ist einwandfrei. Es wird ausschliesslich in der 64bit-Version angeboten, was aber heutzutage eigentlich kein Problem mehr darstellen sollte. Bislang konnte ich keine Probleme mit meinem System
(OpenSUSE 13.2) feststellen. Etwas für Verwirrung meinerseits hatte am Anfang der Mausbutton-Klickbereich gesorgt. So funktionierten alle Buttons nur unterhalb der unteren Buttonhälfte. Das hat für viele störende Effekte gesorgt, die ich mir nicht erklären konnte. Später habe ich dann entdeckt, dass ich nicht den Vollbildmodus anstelle des Fenstermodus eingestellt hatte, sondern den Fenster-Vollbildmodus. Der führte dazu, dass die Auflösung nicht ganz 1920x1080 war, jedoch etwas darunter. Das führte möglicherweise zu einer falschen Berechnung der Klickboxen und erklärte mein Problem. Nach dem Umstellen, waren alle Klicks, da wo sie sein sollten.

Das Spiel kann auf Steam, im Humble Store und auf GOG nativ für Linux erworben werden. Im Humble Store gibt es auch die DLC-Season Pässe zu kaufen. DRM-Frei ist das Spiel im Humble Store leider nur für Windows zu haben. Bei GOG scheint die DRM-freie Linuxversion erhältlich zu sein.

Fazit

Ihr sucht ein Aufbaustrategiespiel, im Stile der Siedler, mit niedlichen Figürchen? Oder ihr seid ein Optimierungsstratege, der die Waren optimal verteilen möchte. Dann ist Valhalla Hills auf jedenfall ein Titel für
euch. Wir sind gespannt auf die DLCs und inwiefern sie das Spielprinzip noch erweitern werden.

Screenshots und Videos