Total War: WARHAMMER

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Schlachtengetümmel im Warhammer-Universum

Total War: WARHAMMER ist ein Strategiespiel aus der Total War-Reihe, dass rundenbasierte Taktik und actionreiche Echtzeitstrategie auf dem Schlachtfeld nun auch im Warhammer-Universums darstellt.

Feral Interactive hat es am 22.11.2016 offiziell für Linux vorgestellt. Wir konnten es uns dank Feral Interactive selbst einmal anschauen und mit der Unterstützung von Feral auch explizit unter AMD-Grafik testen. Schließlich ist dieser Titel einer der wenigen bei denen Feral nicht von Anfang an gleich AMD-Hardware aus dem Support ausschliesst.

Über das Spiel

In Total War: WARHAMMER wird das bekannte Spielprinzip der Total War-Reihe in das Warhammer-Universium versetzt. Der Spieler verwaltet seine Städte, muss seine Bevölkerung bei Laune behalten und natürlich neue Armeen rekrutieren. In Warhammer-Universium kommen natürlich noch Magien und Zauber mit dazu. Man kann Helden rekrutieren, die dann Boni mitbringen.
Diese Rassen entstammen selbstverständlich auch dem Warhammer-Universium. Spielbar sind insgesamt vier Rassen, jede mit ihren Spezialisierungen und charakteristischen Eigenschaften. Neben den Menschen, kämpfen die Zwerge, die Orcs und Goblins und auch die Vampire um die Vorherschafft in der "alten Welt" von Warhammer. Jede Rasse unterteilt sich nochmal in verschiedene Fraktionen, die dann auch wieder Boni und Mali mitbringen. Um die Auswahl zu komplettieren, wählt jeder Spieler dann noch einen aus mehreren verfügbaren Anführern. Das macht die Spiele natürlich individueller und erhöht den Wiederspielbarkeitswert. Die beiden großen DLCs fügen noch die Baumelfen und die Biestmenschen hinzu.

Auf der großen Strategiekarte trifft der Spieler rundenbasiert taktische Entscheidungen und verwaltet sein Reich und kümmert sich um die Diplomatie mit anderen Völkern. Kommt es zum Kampf, so wird dieser in Echtzeit auf den regionsabhängigen Karten ausgefochten. Die Karten spiegeln dabei das Terrain wieder, auf welchem man sich in der Strategiekarte befunden hat. Auch Wettereffekte spielen hierbei eine Rolle.

Das Spiel bietet für den Einzelspielermodus drei Kampagnen an. Daneben können auch einzelne Schlachten oder schnelle Schlachten geschlagen werden. Durch die vielfältigen Rassen und Charakter-Optionen bleibt hier eine Menge Potential, um das Spiel viele viele Stunden zu spielen.

Die Ladezeiten zwischen den Schlachten dauernd manchmal etwas länger, auch auf einem Intel i7-6700Q. Die Größen der Karten können etwas größer sein, aber das scheint insgesamt bei den neueren Total War-Titeln ein Problem zu sein. Gerade zu Beginn wird man von den Meldungen, neuen Items und Anmerkungen und dem eigentlichen Spiel, dass auch seine Aufmerksamkeit fordert geradezu bombardiert. Das hat für mich den Einstieg in das Spiel doch etwas verzögert.

Schön find ich die Neuerung, dass man mit dem Scrollrad eine Übersichtskarte einblenden kann. Im Strategiemodus wird so die Weltkarte angezeigt, während der Schlacht eine Live-Ansicht der Truppen von oben.

Multiplayer

Der Multiplayer funktioniert leider nur plattformspezifisch. Mit der Linux-Version bedeutet das, dass man leider nur gegen Linux-Spieler antreten kann. Feral bietet hierzu eine Steam-Gruppe an, damit Spieler geeignete Gegner finden können. Im Holarse-eigenen IRC-Channel finden sich natürlich auch immer Linuxspieler zum mitspielen. Neben dem klassischen kompetativen Spiel, kann man mit Freunden auch im Coop spielen.

Hardwarevoraussetzungen

Hardware-mäßig wird folgende Ausstattung genannt: Minimal mit einem i3-4310 oder einem AMD FX6300, 4 GB RAM und einer NVIDIA 650Ti, bzw einem AMD R29 270. Empfohlen wird ein Intel i7-4770 bei 8 GB RAM mit einem 4GB NVIDIA 970 oder eine 4GB AMD RX 480.

Die NVIDIA-Karte benötigt den Treiber in der Version 367.28 oder neuer. AMD-Karten benötigen Mesa 13.0.1, gebaut mit LLVM 3.9 oder neuer. AMD-Karten auf SteamOS-Maschinen werden nicht unterstützt.

Die Grafikeinstellungen des Spiels lassen viel Optimierungspotential zu, so dass auch Besitzer von etwas älterer Hardware hier durchaus hübsche Grafikeffekte herausholen können. Mit dem Benchmark kann man die zugrundeliegende Hardware mit den neuen Optionen direkt ausprobieren.

Getestete Hardware

Auf dem TUXEDO Book XC1706 lief das Spiel erwartungsgemäß mit hohen Einstellungen konstant in flüssiger FPS-Zahl.

Mit einer AMD Radeon RX 460 unter Ubuntu 16.04 (AMDGPU-Pro) zeigt das Spiel eine Hinweismeldung, dass nicht unterstützte Grafikhardware entdeckt wurde. Weiter heißt es, man könne deshalb nicht versichern, dass der Titel damit zufriedenstellend läuft. Der Spieler kann diese Hinweismeldung mit "Continue Anyway" übergehen.

Grafische Auffälligkeiten wie Darstellungsfehler ließen sich nicht feststellen. Jedoch wird das Spiel in der niedrigsten Grafikeinstellung lediglich mit 12 bis 18 FPS dargestellt, was selbst Spieler die im Normalfall keinen allzu großen Wert auf hohe Frameraten legen doch massiv stören dürfte. Auch wenn das Potenzial der AMD Radeon RX 460 deutlich mehr Leistung aufzeigt, unter Windows schafft diese Karte scheinbar durchaus zwischen 30 und 40 FPS, so ist es doch weise von Feral diese Grafikkarte zum jetzigen Zeitpunkt mit der derzeit herrschenden Treibersituation unter Linux als nicht unterstützt zu kennzeichnen. Die Empfehlung eine RX 480 zu verwenden, scheint hier leider wirklich angebracht zu sein. Schade, da bei diesem Titel AMD-Grafikkarten nicht explizit ausgeschlossen waren (außer bei SteamOS).

Grafik

Die Systemvoraussetzungen sind berechtigt. Das Spiel liefert auf der Strategiekarte aber schon wirklich hübsche Grafik, die mit vielen Details aufwarten können. In den Schlachten selbst ist der Detailgrad natürlich stark von der verwenden Hardware abhängig. Mit der empfohlenen Grafik bekommt man jedoch individuell animierte Kämpfer zu sehen, die auf die Einwirkungen von außen reagieren, wie es sich physikalisch korrekt gehört. Die Helden fegen in der Nahansicht ganze Gegnerhorden mit ihrer übermäßigen Kraft weg und lassen Gegner durch die Luft fliegen. Sehr ansehnlich.

Portierung

Feral hat diese Portierung wieder mit dem Feral Launcher versehen. Mit diesem Tool kann der Spieler schon die Auflösung vor dem Start des Spiels festlegen. Auch die Wahl des zu verwendenden Monitors lässt sich festlegen. Des weiteren verwaltet das Tool die Mods des Spiels. An der Portierung selbst gibt es nicht zu beanstanden, das Spiel läuft entsprechend der verwendeten Hardware flüssig und stabil, Abstürze traten keine auf. Die Hoffnung auf einen Titel mit vernünftiger AMD-Unterstützung erfüllt Total War: WARHAMMER leider jedoch auch nicht. Weniger als 20 FPS auf einer recht aktuellen Grafikkarte (AMD R460) sind für ein Strategiespiel einfach zu wenig. Feral arbeitet scheinbar weiter daran die Unterstützung für diese Karten zu verbessern. Das AMD-Karten nun nicht mehr kategorisch als nicht unterstützt ausgewiesen werden, ist daher eine willkommene und unterstützenswerte Entwicklung in die richtige Richtung.

Die plattformspezifische Multiplayerunterstützung ist leider wieder einmal nicht abzuwenden. Der Fehler liegt hier aber weniger bei Feral als beim ursprünglichen Programmcode. Hierzu hat sich Feral auch grundstätzlich vor einiger Zeit geäußert: Link.

Fazit

Ein schöner Titel für Freunde des Warhammer-Universums und Strategie-Fans. Leider jedoch nichts für Besitzer von AMD-Grafikkarten.

Das Spiel ist für €59,99 im Feral-Shop und auf Steam erhältlich. Daneben gibt es noch zwei große DLCs und einige kosmetische Zusätze. Drei DLCs sind kostenlos erhältlich und bringen neue Anführer mit. Eine Collection mit dem Hauptspiel und den DLCs ist leider nicht erhältlich.

Screenshots und Videos