Little Space Duo

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Little Space Duo

In Little Space Duo spielt man ein kleines Mädchen namens Lucy, das durch einen unglücklichen Zufall auf einem außerirdischen Frachtschiff gestrandet ist. Mit der Hilfe eines freundlichen Roboters, den sie Sunny nennt, muss sie durch ein Labyrinth aus Korridoren, Aufzügen und Türen laufen, um den außer Kontrolle geratenen Bordcomputer des Schiffes zu finden und zur Erde zurückzugelangen.

Installation

Nach dem Kauf erhält man einen Link, über den man sich das Spiel in Form eines knapp 30 MB großen tar.gz-Archives herunterladen kann. Dieses muss man lediglich in ein Verzeichnis seiner Wahl entpacken und kann sofort losspielen. Das Spiel benötigt OpenGL für die Darstellung, die Anforderungen an die Hardware halten sich jedoch in Grenzen, so dass es auch auf älteren Rechnern und Netbooks problemlos laufen sollte. Die Benutzerprofile und Savegames werden direkt im Spielordner abgelegt und nicht im Homeverzeichnis, was für Linuxspiele untypisch ist und auf Multiuser-Systemen zu Problemen führen kann. Durch geschicktes Verlinken ließe sich hier im Zweifelsfall aber sicherlich Abhilfe schaffen. Die Savegames der Demoversion lassen sich in der Vollversion weiterverwenden.

Gameplay

Das Gameplay erinnert an alte Klassiker wie Impossible Mission, Flashback oder The Lost Vikings. In den meisten der 40 Levels geht es darum, alle Energieterminals zu finden und zu deaktivieren, um die Tür zum nächsten Level zu öffnen. Dabei dürfen sich die beiden Helden nicht von patroullierenden Frachtrobotern erwischen lassen, die sie sonst unverzüglich in den Laderaum zurückbefördern, wodurch das Level von vorne beginnt. Das Auffinden der Terminals und das Verstecken vor den gegnerischen Robotern ist nur geschicktes Bewegen der Aufzüge möglich, wobei Lucy und Sunny stets im Team arbeiten müssen. Die beiden lassen sich einzeln steuern; während Sunny sich freischwebend in alle Richtungen bewegen kann ist Lucy auf die Aufzüge angewiesen um auf höhere Ebenen zu gelangen. Nur Lucy kann die Aufzüge und Energieterminals bedienen. Sunny kann im Gegenzug enge Gänge passieren um etwa einen entfernten Schalter zu aktivieren; außerdem kann er Lucy Huckepack nehmen und so vorsichtig in tiefer liegende Regionen herablassen.

In einigen Levels besteigt das Duo ein Fahrzeug, das der Spieler dann aus der Vogelperspektive durch enge Korridore steuert. Die Roboter, ebenfalls in Fahrzeugen unterwegs, nehmen bei Sichtkontakt die Verfolgung auf um den Spieler am Erreichen des Levelausgangs zu hindern.

Darstellung

Die Grafik ist im Zeichentrickstil gehalten und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Der einfache, aber hübsche Retro-Look passt sehr gut zum Gameplay und vermittelt Atmosphäre. Insbesondere die beiden Hauptfiguren sind liebevoll gezeichnet und erinnern stilistisch an Darstellungen aus Science-Fiction-Klassikern der Sechziger Jahre. Die Synthesizer-Musik passt ebenfalls gut ins Spiel und trägt aus dem Hintergrund zu einem insgesamt sehr gelungenen Gesamtbild bei. Nach einigen Stunden Spielzeit hätte man sich allerdings ein wenig mehr Abwechslung gewünscht.
Die Story wird durch kleine Dialoge zwischen Lucy und Sunny vorangetrieben, die meist am Anfang eines Levels in Textform eingeblendet werden. Neue Gegnertypen werden samt ihren Fähigkeiten in weiteren Einblendungen vorgestellt, die danach auch aus dem Hauptmenü abrufbar sind.

Bedienung

Am besten steuert man Lucy und Sunny mit der Tastatur oder dem Gamepad. Eine Maussteuerung ist zwar vorgesehen, diese ist jedoch sehr gewöhnungsbedürftig. So folgt die aktuell ausgewählte Spielfigur bei einem Mausklick nicht etwa der Zeigerposition, sondern man muss die Maus bei gedrückter Taste in eine Richtung schieben. Auch das Auswählen der Spielfigur ist etwas unglücklich geraten: Mit der Taste "c" wechselt man zwischen den Spielfiguren, mit der Leertaste stellt man die gemeinsame Steuerung beider Figuren an und aus, was nur möglich ist, wenn die beiden nebeneinander stehen. Die aktive Spielfigur lässt sich nur bei ausgeschalteter gemeinsamer Steuerung wechseln. Dies ist oft verwirrend und kostet wertvolle Sekunden, was in zeitkritischen Situationen mit der Gefangennahme und einem Neustart des Levels enden kann. In der Hektik kann es so etwa passieren, dass man die falsche Spielfigur aktiviert und Lucy versehentlich auf einem Aufzug stehen lässt, so dass dieser unerwünschter Weise weiterfährt. Andersherum kann es vorkommen, dass man nicht richtig darauf steht, so dass er sich gar nicht rührt und Lucy dem herannahenden Roboter quasi ausliefert. Diese Schwierigkeiten erfordern einige Gewöhnung, danach geht die Steuerung aber einigermaßen flott von der Hand.

Interessant ist der Multiplayer-Modus. Dabei spielen zwei Personen kooperativ am selben Rechner, einer steuert Lucy, der andere Sunny. Hierfür ist ein Gamepad für den zweiten Spieler zwingend erforderlich; konfigurieren lässt sich die Steuerung nicht.

Level Design

Die Levels bestehen aus einer Reihe verschiedener Elemente, die man bereits recht früh im Spiel kennenlernt: Zwei verschiedene Typen von Aufzügen (automatische und steuerbare), Türen und passende Schalter, Lüftungsschächte die nur für Sunny zugänglich sind sowie die Energieterminals und natürlich der Ausgang. Außerdem kurven gegnerische Roboter durch die Korridore, die nach und nach neue Fähigkeiten erhalten: Während in den ersten Levels etwa nur Lucy als vermeintliche entwichene Fracht erkannt wird, steht später auch Sunny auf der Inventurliste einiger Roboter. Darüber hinaus trifft man nach fortgeschrittenem Spielverlauf auf Roboter, die bewusst Gebrauch von Aufzügen machen, was neue Taktiken erfordert.

Der Schwierigkeitsgrad der Levels steigt stetig an. Dies wird einerseits durch komplexere Levelstrukturen, andererseits durch stärkere Gegner erreicht. Häufig ist sehr genaues Timing gefordert, um nicht von den Robotern erwischt zu werden. In einigen Levels kann es dabei zu frustrierenden Momenten kommen, da man die Bewegungen der Gegner teilweise sehr genau im Voraus berechnen muss. Manches Mal landet man in Sackgassen, weil man sich verschätzt oder in der Eile vergessen hat, Sunny mitzunehmen. Beim Testen ist es einmal vorgekommen, dass ein Gegner durch Bewegen eines Aufzugs Sunny einsperrte, so dass das Level neu gestartet werden musste. Ein anderes Mal wurde die inaktive Spielfigur überraschend an ihrem Ausgangsstandpunkt erwischt während man mit der anderen zwei Bildschirme weiter unterwegs war. Glücklicherweise gibt es in den Levels aber Speicherpunkte, die in der Regel so angelegt sind, dass man bei Gefangennahme nicht allzu viel wiederholen muss.

Auch beim Leveldesign wäre etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen, beispielsweise Funktionsupgrades für Sunny oder zusätzliche Levelelemente. Auch der zweite Leveltyp mit den Fahrzeugen folgt stets dem gleichen Schema und kann dieses Manko nicht wirklich wettmachen.

Fazit

Trotz der genannten Nachteile erhält man mit Little Space Duo für den fairen Preis von rund acht Euro ein kurzweiliges Spiel, dass den Impossible-Mission-Veteran und andere Puzzle-Platform-Fans sicherlich eine Weile unterhalten kann. Das Programm wirkt insgesamt gut durchdacht, rund und in sich geschlossen; sogar an einen Modus für Farbenblinde wurde gedacht, bei dem die (ansonsten nur farblich gekennzeichneten) Türen und Schalter mit passenden Symbolen versehen wurden. Schwerwiegende Bugs sind beim Testen nicht aufgefallen. Dem Entwickler ist es gelungen mit einfachen Mitteln eine solide Atmosphäre aufzubauen. Mit der hübschen Darstellung und dem völligen Verzicht auf Gewalt ist das Spiel auch für Kinder gut geeignet. Allerdings ist, insbesondere in späteren Levels, eine gute Portion vorausschauendes Denken, exaktes Timing und ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz erforderlich.

Kosten

Die Vollversion kostet $9.95, wer das Spiel erst testen will sollte sich die Demo ansehen.

Tester: Marek "Wansti" Möckel

Screenshots und Videos