Battle for Wesnoth

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Das Spiel

Wer nach rundenbasierten Strategiespielen mit ein wenig Fantasy unter Linux gesucht hatte, war bislang nicht wirklich fündig geworden. Jetzt aber zeigt Wesnoth was in ihm steckt. Eine tiefgehende, schön erzählte Story, verschiedene Charaktere, die sich in Dialogen miteinander unterhalten. Grosse Karten, detaillierte Grafiken und schöne Features sorgen dafür, dass man Wesnoth mal richtig anspielt. Wesnoth ist Opensource, aber es hinterlässt keinen Baustelleneindruck. Im Gegenteil wirkt es sehr fertig, spielbereit und ausgelotet. An einigen Ecken und Kanten gibts noch Probleme mit der Vermischung von deutscher und englischer Sprache, aber das ist minimal und dafür, dass es sonst sehr rund gemacht ist, kann man darüber hinwegsehen.

Im Spiel vertritt man den Charakter Konrad, der Prinz und Anwärter auf den Thron seines in der Schlacht gefallenen Vaters ist. Er wird unterrichtet von dem Magier Delfador. In den Übungsmissionen wird man anhand der Unterhaltungen von Delfador und Konrad durch die verschiedenen Spielmöglichkeiten geführt. Die Steuerung ist sehr einfach und verständlich.

Das Spiel beruht auf der Eroberung von Burgen und Städten, die Gold einbringen. Nur in den Burgen kann man neue Einheiten rekurtieren, um sie in den Kampf zu schicken. Die verschiedenen Terrains bergen natürlich auch noch unterschiedliche Modifikationen an den Kampf- und Verteidigungsstärken der Einheiten. So sind die Kämpfer in der Stadt besser geschützt vor Angriffen als aufm freien Feld. Bösartige Einheiten wie Orks, Diebe und dergleichen sind nachts stärker als am Tage. Im Gegenzug dazu sind die gutartigen Einheiten (z.B. Menschen) am Tage mit einem Bonus versehen. Der Tag- und Nachtwechsel hat bis auf die leichte Verdunklung der Karte keinen weiteren Einfluss auf das Spielgeschehen.

Die verbleibende Kraft der Einheiten wird durch einen kleinen vertikalen Balken an der linken Seite der Einheit dargestellt. Mit jedem Treffer sinkt dieser Balken ab, so dass man einen sehr guten Überblick über die verbleibende Stärke seiner Truppen hat.

Hat man eine Einheit angeklickt, so verdunkelt sich der restliche Teil der Karte und man erkennt auf Anhieb wohin man seine Einheit bewegen kann und wohin nicht. Der Weg, den die Einheit einschlagen wird ist durch kleine Füsschen dargestellt. Wählt man über den farbigen Bereich hinaus, so wird angezeigt, wieviel Runden bis zu dieser Position vergehen werden.

Im Spiel selbst gibt es keine Einschränkungen, der Spieler kann die gesamte Karte überblicken und sieht alle Einheiten auch auf der Übersichtskarte. Ein weiteres Features, dass dieses Spiel aufzuweisen hat ist die gute Musik. Im Hintergrund läuft immer eine nette , fantasylastige Musik, die klasse zum Spiel passt und gut gemacht ist.

Wesnoth enthält auch einen Mehrspielermodus. Wenn man den Punkt "Mehrspieler" im Menü gewählt hat, dann wird man nach einem Server gefragt. Die Voreinstellung ist bereits ok und schon findet man sich in der Lobby wieder. Hier kann ein Spiel erstellt werden, nach Auswahl der Karte usw gehts auch schon los. Hier ist es dann auch möglich einzustellen, dass unentdeckte Bereiche der Karte verdeckt werden (Fog of War). Nett ist, dass man nicht nur menschliche Spieler hinzufügen kann, sondern auch Computergegner. Ein Multiplayerspiel gegen den Computer - falls einem einmal langweilig ist - ist also durchaus möglich. Die Wartezeiten für rundenbasierte Spiele sind normalerweise recht gross im Multiplayer. Man verbringt keine unnötige Zeit im Spiel, die Einheiten können sehr schnell gezogen werden, so dass das Spiel flüssig weiter verlaufen kann. Natürlich kann es auch in der Kampagne (hier zieht der Computer die Einheiten) schon mal etwas dauern.

Grafik und Sound

Die Grafiken in Wesnoth wecken Erinnerungen an Warcraft 2 und an die Final Fantasy-Reihe. Für ein Opensource-Projekt, die leider viel zu oft unter fehlenden Grafikern leiden, ist es Wesnoth gut gelungen die entsprechende Grafik für ein Spiel zu erstellen.

Die Charaktere heben sich gut von den üblichen Einheiten ab und die Landschaft zeigt sich zwar einfach aber dennoch nicht langweilig. Sehr gut gemacht finde ich die Charaktere und die Soldaten, deren Eigenschaften sehr detailliert dargestellt sind. Bei den Kämpfen kann man sich auf schöne Animationen freuen.

Installation

Falls ihr nicht das Glück habt und es bereits vorkompilierte Binaries gibt, dann müsst ihr den Quellcode bauen. Dank des unten angegebenen Dreisatzes ist es aber nicht schwer. Ihr müsst nur darauf achten, dass ihr die Entwicklungspakete von SDL, SDL_image, SDL_mixer, SDL_ttf und SDL_net installiert habt. Dann sollte das Kompilieren mit

./configure
make
make install

kein Problem darstellen. Evtl. ist es auch schon bei eurer Distribution dabei. Debian hat es im Tree bereits verfügbar, auch für Fedora und Slackware gibt es Pakete auf der Webseite. Für weitere Distributionen schaut auf euren CDs nach oder auf der Seite mit vorkompilierten Versionen (http://www.wesnoth.org/wiki/WesnothBinariesLinux). Netterweise ist dort auch eine statisch gelinkte Version vorhanden, die auf allen Distribution laufen sollte, aber hoffnungslos veraltet ist.

Archlinux

Offizielles Community Paket:

pacman -S wesnoth

Screenshots und Videos