Tuxedo Book XC1507

Bild des Benutzers comrad

Tuxedo XC1507 - Tuxedos Linuxspiele-Laptop

Über Tuxedo Computers

Tuxedo Computers ist ein in Königsbrunn in Bayern sitzendes Unternehmen. Tuxedo bietet maßgeschneiderte und konfigurierbare Computersysteme wie Laptops und Desktop. Das besondere dabei ist der Focus auf Linux als Betriebssystem. Neben verschiedenen Betriebssystem-Optionen zur Vorauswahl (Ubuntu, Kubuntu, Xubuntu) bieten einige Modelle auch weitere Linux-Distributionen vorinstalliert an. Gleichbleibend bei allen Systemen ist, dass auf jedem Linux läuft, optional auch Windows dazugekauft (!) und parallel installiert werden kann. Tuxedo ergänzt alle Distributionen so, dass die gesamte Hardware lauffähig ist.

Was bei anderen Herstellern üblich ist, ist bei Tuxedo zum Glück nicht der Fall. Das Öffnen des Gehäuses führt nicht zum Garantieverlust. Tatsächlich sind die Tuxedo-Maschinen wartungsfreundlich und bieten auch bei Laptops so die Möglichkeit die Hardware zum Teil zu tauschen. Einige Komponenten wie Motherboard und CPU sind jedoch natürlich bauartbedingt nicht tauschbar. Aber an Festplatten, RAM und je nach Modell anderen Komponenten kommt man problemlos heran.

Für Linuxer ist Tuxedo Computers also der Linux-Hersteller der Wahl, wenn man ein System mit Linux erwerben möchte ohne sich Gedanken über die Linux-Kompatibilität machen zu wollen.

Tuxedo Book XC1506

Anfang des Jahres konnten wir uns den Vorgänger das Tuxedo Book XC1506 näher anschauen, jetzt ist der Nachfolger mit noch mehr Power dran. Unter dem (wie ich finde untertriebenen) Nachfolgenamen Tuxedo Book XC1507 ist das Grundmodell mit aktueller Hardware und High-End-Gaming-Kapazitäten ausgestattet worden. Die CPU (Intel Core i7-6700HQ) ist gegenüber dem Vorgänger identisch. Das haben wir zum Anlass genommen nicht wie im Vorgängerbericht die fast vollausgestattete Variante zu testen, sondern uns diesmal auf die Standardkonfiguration zu stürzen. Dieser Bericht behandelt genauer folgende Austattung des Tuxedo Book XC1507:

  • Arbeitsspeicher: 32 GB (2x16)
  • CPU: Intel Core i7-6700HQ
  • Grafikkarte: NVIDIA GeForce GTX 1060 mit 6GB

Konfigurationsoptionen

Als Betriebssystem haben wir Ubuntu 16.04 LTS installiert. Alternativ stehen noch die Derivate Ubuntu Mate, Ubuntu Cinnamon, Kubuntu und Xubuntu (alle ausschliesslich 64 bit). Man kann es aber auch ohne Installation bestellen und dann selbst das System seiner Wahl installieren. Wer andere Hardware möchte, kann statt der NVIDIA GeForce GTX 1060 auch die NVIDIA GeForce GTX 1070 mit 8GB auswählen. Als alternative Prozessor-Option steht noch der Intel Core i7-6820HK zur Auswahl. Details über die Prozessoren findet ihr hier. Bei der 1070 wird Höhe des Laptops nochmal um 2cm erhöht.

In das Tuxedo Book XC1507 können bis zu vier Festplatten verbaut werden. Zwei über SATA III und zwei über M2. Bei den SATA-Anschlüssen kann auch noch zwischen normalen HDDs und SSDs ausgewählt werden. In unserem Testgerät hatten wir eine 1TB HDD (7200 rpm) und eine M2-SSD (512 GB Samsung PRO 950) verbaut.

Bis zu 64 GB DDR4-RAM können in dem Gerät eingebaut werden. Vier Slots mit Dual Channel-Mode stehen dazu zur Verfügung. In unserem Gerät waren 32 GB RAM aus zwei Bausteinen.
Den Ton liefert eine Soundblaster X-Fi 5, die problemlos unter Linux unterstützt wird. Die Tastatur ist beleuchtet und in sechs Stufen einstellbar.

Anschlüsse

Der Tuxedo als Gaming-Station-Ersatz sollte natürlich ausreichend Anschlüsse für den Desktop-Einsatz mitbringen. Das Netzteil wird auf der Rückseite angeschlossen. Das empfinde ich als sehr angenehm, da es somit aus dem Blickfeld verschwindet und nicht links oder rechts drangehangen werden muss. Gleich daneben auf der Rückseite befindet sich noch ein USB3-Anschluss.

Auf der linken Seite sind die Lüfterschlitze, ein HDMI-Anschluss, ein weiterer USB3-Anschluss (schon ein Pluspunkt gegenüber einen Macbook *g*) und zwei Display-Ports. Vorne befinden sich Status-LEDs und sonst nichts weiter. Auf de rechten Seite sind die Audio-Stecker für Mikrophon, Kopfhöhrer und Line-In. Dann zwei Anschlüsse des Multikarten-Lesegeräts, zwei weitere Displayports. Intern ist noch ein Bluetooth 4-Adapter verbaut.

Software

Unser Testgerät wurde in der Standard-Konfiguration mit etwas mehr RAM (32 GB) und zwei Festplatten ausgeliefert. Bewusst haben wir uns auch Ubuntu 16.04 LTS (64 bit) vorinstallieren lassen.

Das Gerät kommt dann auch mit dem Ubuntu 16.04 LTS installiert daher. Jedoch dürften dem gewohnten Windows-Benutzer auffallen, dass Tuxedo hier keine Bloatware, Demo-Software oder herstellerspezifische Komponenten installiert. Man erhält das, was man bestellt hat, ein Ubuntu 16.04 LTS. Dazu noch drei Links für Hilfe-Foren und Dokumentation. Das gefällt immer wieder!

Vorinstalliert sind bereits auch die proprietären NVIDIA-Treiber in der Version 370.28, so dass man als Gamer direkt loslegen kann.

Für Kunden, die gerne andere Systeme nutzen möchten, bietet Tuxedo das Script "tuxedo.sh" unter derselben URL (ja wirklich) an. Das Script installiert und konfiguriert für Ubuntu- und OpenSUSE-Systeme die Hardware und die Funktionstasten, Trim-Befehle für die SSDs usw. Es deaktiviert unter Ubuntu sogar die Onlinesuchen in der Dash.

Spiele

Uns hat natürlich die Performance der Spiele am meisten interessiert. Mit dem high-end ausgestatteten Vorgängermodell hatten wir nun in dem standard-ausgestatteten Modell eine Vergleichsmöglichkeit.

Wir konnten in XCOM 2 die Grafik endlich mal auf Maximum stellen, und haben fast durchgehend Frameraten von 30 FPS gehabt. XCOM 2 ist bekannt für seinen Leistungshunger und hat auf dem Vorgänger schon für Performanceprobleme gesorgt. Das gleicht diese Maschine nun mit reiner Grafikpower wieder aus.

In dem vor Kurzem von Feral Interactive erschienen Dawn Of War 2 war es möglich die Einstellungen auf das absolute Maximum zu setzen. Der eingebaute Benchmark lieferte eine durchschnittliche Framerate von 48 FPS, im Spiel selbst lief es dann zum Teil noch besser.

Cities Skylines braucht viel CPU-Leistung, hier konnte die verbesserte Grafikhardware natürlich nicht viel reissen. Dennoch läuft das Spiel mit maximal ausgereizten Einstellungen mit knappen 20 FPS, was zwar wenig klingt im Spiel aber dennoch völlig flüssig läuft.

Das grad erschienene Alpha 15 von 7 Days To Die sorgte auf dem Tuxedo XC 1507 für schöne Grafikeffekte in der Zombieapokalypse. Die Einstellungen konnten ganz nach oben geschraubt werden bei gleichbleibenden 40 FPS und aufwärts . Das Spiel befindet sich derzeit noch in der Entwicklung im Early Access auf der Steam-Plattform und ist dementsprechend noch nicht optimiert.

Das Echtzeitstrategiespiel Wargame: Red Dragon konnten wir auf die höchsten Einstellungen setzen und hatten in-game dann Frameraten ab 80 FPS.

Damit haben wir vorerst die größten und hardwarelastigsten Titel der aktuellen Linuxspiele erfasst. Wir werden im Laufe der weiteren Wochen noch einige weitere Spiele hinzufügen. Die größten und hardwarehungrigsten Titel laufen aber in den höchsten Einstellungen völlig problemlos.

Akku

Eigentlich ist ein Laptop mit solchen Eigenschaften eher für den Desktop-Ersatz gedacht. Wir haben dennoch den mobilen Einsatz einmal getestet und den Laptop unter Volllast auf reinem Akku-Betrieb mit einer Runde 7 Days To Die herausgefordert. Das Spiel lief ohne Anschluss an das Netzteil im Stromsparmodus und brachte nur 25 FPS im Durchschnitt auf die Reihe. Nach etwas mehr als einer Stunde war dann auch Schluss und Ubuntu meldet, dass man den Laptop jetzt wieder an den Strom anschliessen sollte. Mit der Stromverbindung stieg die Framerate dann auch direkt wieder auf über 60. Das Ergebnis verwundert natürlich nicht, bei einer solchen Hardware wird es schwierig die stromsparende Leistung von mobilen Geräten zu erreichen. Dennoch kann man im BIOS auch Optimus aktivieren, damit greift das Gerät dann im stromsparenden Modus auf die integrierte Intel-Grafikkarte des Prozessors zurück. Standardmäßig ist diese Option in den Tuxedos deaktiviert.

Lautstärke

Der Tuxedo ist wie sein Vorgänger im normalen Desktopmodus so leise, dass man nicht merkt, dass er eingeschaltet wurde. Die Lüfter drehen vernünftig und der Anforderung entsprechend. Im Spiel und damit bei erhöhter Leistungsanforderung kann es mal sein, dass die Lüfter angehen, häufig der Fall ist es nicht und auch da hält sich die Lautstärke in Grenzen.

Probleme

Wir haben für unseren Test das Gerät über zwei Wochen als Hauptsystem täglich genutzt. Zum einen um natürlich ein vernünftiges Bild von der Hardware zu bekommen, als auch um Probleme festzustellen, die vielleicht oftmals nur im Detail liegen.
Einmal hatten wir einen Hardware-Freeze, der vermutlich vom einer Kombination aus NVIDIA und Ubuntu Dashboard entstand. Das Problem konnten nicht erneut erzeugen und es blieb bei dem einen Freeze innerhalb des Testzeitraums.

Im Mumble haben unsere Kollegen ein leichtes Pfeiffen der Audio-Buchse vernommen. Für die VOIP-Kommunikation habe ich hier ein Headset verwendet, möglicherweise stammt das Problem daher. Nach dem Wechsel auf einen anderen Mumble-Kanal war das Problem behoben.

Wenn wir das Gerät, zum Beispiel zur Installation eines Spiels, mal alleine gelassen haben, so sind wir meist zu einem schwarzen Bildschirm zurückgekehrt. Der Tuxedo war also in den Stromsparmodus gewechselt. Leider konnten wir diesen nicht mehr verlassen. Wir haben den Rechner dann über die Schlaftaste in den Schlafmodus versetzt und ihn dann so wieder zurückgeholt. In den Ubuntu-Einstellungen haben wir dann den Rechner verboten in den Stromsparmodus zu gehen und so das Problem umgangen.

Fazit

Die X-Treme-Reihe von Tuxedo ist für Kunden, die Leistung unter Linux haben möchten bestens geeignet. Für Spieler bietet der Laptop die ideale Hardware um vorne dabei zu sein, ein schickes mobiles Gerät dabei zu haben und sich gleichzeitig auf die volle Hardwareunterstützung unter Linux zu verlassen. Das Metalgehäuse und die 2,5kg Gewicht sorgen dafür, dass man ein gutes griffiges Gerät in den Händen hält. Kleine Gimmicks wie die farbliche Markierung der WASD-Tasten lassen den Gamer wissen, dass diese Maschine nicht für das Briefchen-Tippen gebaut worden ist.

Trotz gleichbleibender CPU (was immernoch eine der schnellsten ist, die Intel derzeit zu bieten hat), hat die verbesserte eingebaute Grafikkarte für einen deutlichen Leistungsanstieg gegenüber dem Vorgängermodell gesorgt. Wir haben in unserem zweiwöchigen Test auf keinem Spiel in unserer Steam-Bibliothek Performanceprobleme festgestellt. Alles lief auf höchsten Einstellungen flüssig und erwartet schnell. An einigen Stellen merkt man, dass die Linux-Treiber von NVIDIA nicht die volle Leistung bringen und dass einige Spiele die hochoptimierte Performance der Windows-Pendants vermissen lassen. An dieser Stelle kann Tuxedo natürlich nicht eingreifen. Diese Probleme werden sich im Laufe der Zeit jedoch in Wohlgefallen auflösen, da sowohl die Treiber als auch die Spiele immer wieder mit Updates versorgt werden. Und man muss bedenken, dass wir hier nicht von Problemen wie Ruckeln oder Lags sprechen, sondern um wenige FPS, die gegenüber den Windows-Versionen fehlen.

Mir persönlich gefällt zudem, dass man das Gerät auspacken kann, kurz seinen Benutzernamen angibt und dann schon im System ist. Das ganze dauert vielleicht wenige Minuten. Danach erwartet einen das Ubuntu-Dashboard mit drei Links u.a. auf die Tuxedo-Hilfeforen und die Tuxedo-Website. Wenn man dagegen bedenkt, was manche Hersteller unter Windows abliefern... Wir haben mit unserem Testgerät bereits nach 15 Minuten das erste Spiel mit Steam installiert gehabt und waren schon in-game. Was will man mehr? :-D

Das Gerät ist bei Tuxedo Computers auf der Webseite hier käuflich zu erwerben. Es kostet in unserer Ausstattung derzeit €2066,90.

Wir danken Tuxedo Computers an der Stelle für die Möglichkeit uns das Gerät näher anzuschauen.

Screenshots und Videos