Stellaris

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Der Weltraum, unendliche Weiten. Paradox entführt den Spieler mit diesem Grand Strategy-Titel diesmal nicht in die Vergangenheit, sondern weit in die Zukunft ins Jahr 2200. Sind die bisher erschienen Paradoxtitel wie Europa Universalis IV, Crusader Kings 2 und auch der neuste nun für Linux erschienene Titel Hearts Of Iron IV mit einer sehr sehr steilen Lernkurve verbunden, so haben es die schwedischen Entwickler nun geschafft auch Anfängern einen guten Einstieg in das Spiel zu ermöglichen.

Wir haben von der Koch Media GmbH dankenswerterweise eine Kopie zur Verfügung gestellt bekommen. Koch Media vertreibt in Deutschland das Spiel und es gibt auch Boxen im Handel am Freitag, dem 08.07.2016 zu kaufen. Diese Boxen müssen jedoch auch über Steam freigeschaltet werden. Eine Box mit Pinguinlogo versprüht allerdings schon einen gewissen Charme im Spieleregal.

Die Spielmechaniken sind komplex, aber leicht zu erreichen und logisch verknüpft. Mittels des Tutorialbots kommt man nun sehr schnell in die grundlegenden Spielprinzipien und kann das Spiel bedienen. Danach folgt eine sehr lange und spannende Vertiefung in die unglaublich komplexen Spielmechaniken. Das ist man von Paradox gewohnt und erwartet man auch so, denn so verspricht auch Stellaris ein sehr spannendes und komplexes Spiel für viele Stunden mit hohen Wiederspielbarkeitsfaktor zu werden.

Grundsätzlich bietet Stellaris als Grand Strategy-Spiel dem Spieler die üblichen 4X (eXplore, eXpand, eXploit, eXterminate). Ganz nach Paradoxmanier läuft das Spiel in einer pausierbaren Echtzeit. Die Geschwinigkeit lässt sich einstellen und halt eben auch pausieren. Im Laufe des Spiels trifft der Spieler immer wieder auf Startereignisse von Ereignisketten. Ob der Spiele diese nun aktiviert hängt vom Spieler selbst ab und führt so zu
individuellen Spielverläufen in jedem neuen Spiel.

Die Rassen werden entweder zufällig zusammengestellt oder bedienen sich aus dem Pool der von dem Spieler erstellten Rassen.

Zu Beginn des Spiels kann man entweder eine vorerstellte Rasse (z.B. Menschen) wählen oder sich aus - unglaublich vielen - Einzelkomponenten seine höchst eigene Rasse zusammenstellen. Zwischen Säugetieren in unterschiedlichsten Ausprägungen (vom Menschen zu Katzenwesen) über Vögeln (Pinguinen yay!) aber auch Pilzen, Insekten und vielen anderen Speziesarten muss man sich bei Erstellung seines Imperiums entscheiden. Die Eigenschaften der Spezies lässt sich dann natürlich auch anpassen. Es kann wirklich unglaublich viel eingestellt werden, schaut es euch am besten selbst an. Wer vorbestellt hat erhält zudem noch Zugriff auf die Schattenwesen, einer besonderen Ausprägung von Lebewesen.

Rassen haben neben ihrem äußerlichen Erscheinungsbild auch politische und charakterliche Züge. Einige Rassen sind eher vorsichtig oder gar feindlich außerirdischen Lebewesen gegenüber, andere streben eine Heterogenisierung an. Sklaven zu halten scheint für einige Rassen auch en vogue zu sein, was natürlich Produktionsvorteile mit sich bringt. Allerdings den Karmasieg wird man in der galaktischen Nachbarschaft damit natürlich nicht erringen. Das politische System und auch die biologischen Eigenschaften haben Einfluß darauf, wie lange der Herrscher an der Spitze seiner Rasse verbleiben wird. Für den Spieler bedeutet das jedoch nur eine rahmendliche Anpassung von Rasseneigenschaften im geringen Maße.

Das Universum in dem Stellaris spielt ist geprägt von diesen mannigfaltigen Einstellungsmöglichkeiten. Es lässt sich die Art der Galaxie einstellen, was später auch Auswirkungen auf den Spielverlauf hat. Ist man in einer Spiralgalaxie unterwegs (die wiederrum einstellbar mit 2 oder 4 Armen ist) so kann dies starken Einfluß auf den Spieler haben, wenn dieser mit Warpantrieben ausgestattet ist und so direkte Sprünge zwischen den Armen ausführen kann. Eine Rasse, die über Hyperraum oder Wurmlöchern interstellar unterwegs ist, hat hier Nachteile, da sie von existierenden Strukturen abhängig ist.

Im Spiel findet man zahlreiche Nebenquests und längere spielfördernde Dauerquests. Diese sind interessant und unterschiedlich aufgebaut und sorgen zum Teil für nette Boni (erforscht man z.B. eine alte Ruine kann man eine verlasse Roboterfabrik darunter finden, oder aber auch die Spezies vernichten, die man gerade untersuchen wollte).

Wie in jedem Strategiespiel muss man sich in Stellaris um die Produktion und die Forschung kümmern. Dabei stehen einem Ressourcen wie Energie-Credits, Mineralen oder Einfluß zur Verfügung. Der Bau von Einheiten, das Fördern von Präsidentschaftskandidaten kostet alles Ressourcen. Planeten lassen sich nicht sofort besiedeln, es braucht eine gewisse Aufbauzeit.

Insgesamt braucht Stellaris überall etwas mehr Zeit, ohne jedoch dabei lange spielerische Pausen einzulegen. Wie eben angesprochen benötigt der Aufbau einer Kolonie schon einige Monate. Der Kontakt mit der neuen außerirdischen Rasse verbleibt solange kriegerisch bis man den Kontakt soweit analysiert hat, dass man die Sprache entschlüsseln und kommunizieren kann. Erst dann sind diplomatische Verhandlungen möglich. Abhängig davon wie man als Rasse aufgestellt ist, gestalten sich auch die Gespräche im Diplomatiefenster. Also xenophobe Rasse wird man dann auch mal zum Einstieg schnell beleidigend ;-)

Nun fragt man sich vielleicht, warum denn alle Rassen auf dem ungefähr gleichen technologischen Stand sind. Das wäre doch sehr unlogisch. Ja, das ist es auch, wenn man überlegt, dass ein Unterschied von wenigen hunderttausenden von Jahren alleine in der menschlichen Geschichte schon einen deutlichen Unterschied darstellen würde. Man trifft viele Rassen, die ähnlich weit sind wie man selbst, also grade erst den Weltraum betreten haben. Dann gibt es da die verlorenen Zivilisationen, die sich einem bestimmten Ziel verschrieben haben und ansonsten nur mit der Außenwelt kommunizieren, wenn nötig. Und es gibt Zivilisationen, die erst in der Eisenzeit oder im Industriezeitalter angekommen sind und eventuell kurz vor der Entdeckung der Überlichtgeschwindigkeit stehen. Der Spieler kann sich entscheiden, wie er damit umgehen möchte. Man kann diese Rassen fördern, beobachten und erforschen oder auch erobern (die wehren sich aber eventuell und rufen dann ihr eigenes XCOM-Projekt ins Leben).

Die Kämpfe im Weltraum gehen nahtlos ins Spiel über (also kein Kontextwechsel wie z.B. bei Stardrive 2), sind jedoch nicht steuerbar. Am Ende eines Kampfes erhält man eine Übersicht und kann daraus seine Konsequenzen ziehen.

Die Aspekte dieses Spiels sind wirklich umfangreich und ich könnte hier noch viele weitere Aspekte des Spiels nennen und auflisten, aber eigentlich wollte ich euch nur einen Einblick in die umfangreiche Welt von Stellaris geben. Es macht am meisten Spaß diese Welten selbst zu erforschen. Wer Strategiespiele und insbesondere Strategiespiele im Weltraum mag, wird an Stellaris nicht drum herumkommen.

Auch für Rollenspieler sind einige Aspekte dabei. Individuelle Personen wie Wissenschaftler oder Admiräle können in die Politik wechseln, Gouverneure werden oder auch im Kampf sterben. Dann sind all die Erfahrungspunkte und Stufen verloren. Alle Namen lassen sich übrigens anpassen.

Das Spiel läuft unter Linux völlig problemlos, es gibt keine Probleme mit dem Ton und PulseAudio. Über die Performance ist ebenfalls nicht negatives zu berichten. Dadurch, dass Stellaris natürlich viel berechnet und simuliert ist eine starke CPU natürlich empfehlenswert. Negativ und positiv fällt die deutsche Übersetzung auf, die paradoxtypischerweise eigentlich immer recht schlecht ist. Hier ist die eigentliche Übersetzung durchaus gelungen und bindet sich gut ein. Manchmal sind die Texte jedoch zu lang und man kann die Geschichte nicht komplett zuende lesen. Das ist mir jedoch nur ein oder zweimal passiert. Auffälliger sind da jedoch einige etwas sehr direkt übersetzte Texte, wie zum Beispiel „Lock Boundaries“, was eigentlich heissen soll „Grenzen schliessen“, jedoch mit „Schloss Grenzen“ sehr direkt übersetzt worden ist. Im Kontext ist jedoch immer noch verständig und für Paradox doch recht gut übersetzt. :-)

Offiziell werden AMD- und NVIDIA-Karten unterstützt. Paradox liefert das Spiel nur in 64bit aus. Multiplayer bietet Stellaris ebenso. Den haben wir jedoch noch nicht ausprobiert, aber wir liefern das nach.

Fazit

Zusammenfassend sind die Begeisterungsstürme über Stellaris im Internet gerechtfertigt. Hier wird für viele viele Stunden Spielspaß und Geschichten geboten.

Troubleshooting

Schwarzer Bildschirm mit Intel-Grafik

Startet das Spiel/Steam mit der Option

force_s3tc_enable=true steam

Screenshots und Videos