Micro Machines World Edition im Linuxtest

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Über das Spiel

Micro Machines World Series ist ein Arcade-Rennspiel von Codemasters, das für Linux von Virtual Programming mit Hilfe ihrer eON-Technologie auf Linux portiert worden ist. Die Linux-Version kam zeitgleich mit dem Windows-Release am 30.06.2017 auf den Markt. Wir haben freundlicherweise von Virtual Programming eine Kopie zum Testen bekommen.

Codemasters haben zuvor mit Virtual Programming bereits DiRT Showdown umgesetzt und arbeiten sonst auch mit Feral Interactive für ihre Portierungen (F1 2015, GRID Autosport) zusammen.

Aktuell stehen 12 Fahrzeuge und 10 Karten (ja so wenige) im Spiel zur Verfügung. In der Werkstatt kann man gegen die im Spiel erworbenen Credits Verbesserungen kaufen. Leider sind diese nur kosmetischer Natur. So kann das Aussehen des Fahrzeugs verändert werden, es können Audio-Sprüche dazu gekauft werden. Darüber hinaus kann man noch sog. „Gloats“ erwerben. Das sind die Symbole, die angezeigt werden, wenn man einen Spieler zerstört hat. Auch fürs „eigene Grab“ kann man dort Symbole kaufen. Verbesserungen der Fahrzeuge selbst sucht man hier leider vergebens.

Die Grafik ist sehr schick geworden, die Effekte bringen ordentlich Leben in die Bude. Die Karten sind sehr detailliert gezeichnet und bringen witzige Gimmicks, wie die Kreissäge in der Werkstatt-Karte, oder die herumfliegenden Nägel, die man mit seinem Schlenker am Streckenrand durcheinandergebracht hat. Leider wirken die Maps aber auch sehr klein und dadurch überladen. Ich hab häufig Probleme gehabt, mich überhaupt zu orientieren und zu sehen, wo die Rennstrecke überhaupt lang führt und wo die Begrenzung beginnt. Die teilweise dreispurigen Streckenverläufe waren da keine große Hilfe in der Orientierung. Grafisch also top, spielerisch eher schwierig. Die verfügbaren Waffen, wie den Hammer oder die Raketen, fand ich wenig effektiv. Eine rote Muschel hätte es vielleicht auch getan.

Technik und Portierung

Wie eingangs erwähnt bietet Virtual Programming eine native Version des Spiels für Linux an. Die Portierung wurde mit Hilfe der eON-Technologie umgesetzt, obwohl das Spiel auf der Unity-Engine basiert. Eine Portierung über eON wäre hier wahrscheinlich nicht notwendig gewesen. Dennoch wird sich Virtual Programming insgesamt als Ansprechpartner für die Portierungen für diesen Titel angeboten haben.

Offiziell wird SteamOS 2.0 und Ubuntu 16.04 oder ähnlich unterstützt. Ein AMD FX 8320 oder Intel i5 4690 wird empfohlen. Grafisch mitbringen sollte man eine AMD HD5570 oder eine NVIDIA GT440. Laut Empfehlung sollte es aber eine NVIDIA GTX 970 oder AMD R9 290X sein. Intel-Grafikkarten werden nicht unterstützt. Interessant finde ich die Erwähnung, dass auch Wayland derzeit nicht unterstützt wird.

Gespielt wurde Micro Machines World Edition auf einem AMD R7 1800X mit einer NVIDIA GTX 960 (4 GB) ohne überhaupt welche Schwierigkeiten.

Unter Ubuntu 17.04 funktionierte das Spiel ohne Einschränkungen. Unter OpenSUSE war es nicht möglich online zu gehen, da das Spiel sich nicht mit Steam verbinden konnte.

Es kann sowohl über Tastatur, als auch Gamepad gespielt werden. Eingesetzt wurde ein Xbox 360 Controller ohne Probleme. Es kann jederzeit zwischen Tastatur und Gamepad gewechselt werden, beide Steuerungen funktionieren zeitgleich.

Einzelspieler

Unter OpenSUSE wird man derzeit gezwungen den Einzelspieler zu spielen, da das Spiel wahrscheinlich aufgrund des SSL-Problems nicht online gehen und sich nicht mit Steam verbinden kann. Damit stehen keine Multiplayer-Spiele zur Verfügung. Einzig der Skirmish gegen die KI oder gegen menschliche Spieler und das Tutorial stehen zur Verfügung. Im wirklichen Einzelspielermodus kann man den Rennmodus aktivieren.

Multiplayer

Micro Machines World Series ist ganz klar auf Online-Multiplayer ausgelegt. Dem Spieler stehen die Varianten „Special Event“, „Quick-Play“ und „Ranked Match“ ab erreichen des Levels 5 zur Verfügung.

Im „Special Event“ stehen regelmäßig zu festen Zeiten verschiedene spezielle Aktivitäten bereit. Im „Quick Play“ verdient man sich zu aller erst seine Sporen. Das Spiel wird für einen ausgesucht, es gibt hier keine Auswahlliste, durchschnittlich wurde ein Spiel nach einer knappen Minute Suche gefunden.

Dort kann man zwischen „Battle“, „Race“ und „Elimination“ wählen. Im „Race“-Modus fährt man auf einer Karte mit den Gegnern darum, wer als erster durchs Ziel kommt.

Lokal kann das Spiel aber durch den lokalen Modus punkten! An einem Rechner können sich bis zu 4 Spieler gleichzeitig für ein Elimination oder Free-For-All anmelden. Das Event wird dann in einem Bildschirm dargestellt (kein Splitscreen). Diese Modi sind sehr kurz und ihnen geht recht bald die Luft aus. Sehr schade. Gerade hier hätte der Rennmodus deutlich punkten können.

Die sonstigen Modi im Online-Modus endeten zumeist in einem simplen hinterherfahren und mit Waffen auf die anderen Fahrzeuge ballern. Das kann durchaus reichen, aber irgendwie fehlt hier einfach der Wumms.

Kaufen

Erwerben könnt ihr das Spiel natürlich auf Steam aber auch im Virtual Programming-eigenen Shop Deliver2 für €29,99. Bei letzterem erhaltet ihr dann einen Steam-Key.

Fazit

Ich hab ehrlich gesagt bei Micro Machines World Series ein Rennspiel im Stil von Super Mario Karts oder Wacky Wheels oder sowas ähnliches erwartet. Leider wurden die Erwartungen nicht erfüllt. Die Karten sind klein und gefühlt überladen und so richtiger Spielspaß will nicht aufkommen. Die Modi haben mich leider nicht wirklich gereizt weiter zu machen. Insgesamt fehlt dem Spiel inhaltlich und auch spieltechnisch der gewisse Kick.

Die Portierung ist einwandfrei von Virtual Programming realisiert worden und macht keine Probleme, auf dem unterstützten System hat das Spiel problemlos funktioniert. Die Schwierigkeiten mit OpenSUSE treten derzeit auch bei anderen Spielen auf und sind eher grundsätzlicher Natur zwischen Betriebssystem und der Steam-Sandbox.

Der Preis ist mit fast 30€ ziemlich happig für dürftigen Content.

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