Dead Cells - der Rogue-lite Metroidvania Action-Plattformer unter Linux im Review

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Dead Cells ist ein Rogue-lite Metroidvania Action-Plattformer (der Entwickler nennt es RogueVania) mit zufallsgenerierter Welt, der neben einem knackigen Schwierigkeitsgrad auch eine tolle Pixelgrafik bietet. Für den Test hat uns der Entwickler Motion Twin einen Key überlassen, vielen Dank dafür!

Über das Spiel

In Dead Cells sind wir ein namenloser Klumpen, der in einen Kerker eines großen Schlosses geworfen wird. Dort schlüpfen wir in den nächstbesten Körper, um uns in Metroidvania-Manier aus dem Kerker und durch das Schloss zu kämpfen. Warum? Das bleibt (vorerst) ein Geheimnis, auch weil unser Charakter kopflos und somit sprachlos ist. Wann immer wir sterben, landen wir wieder am Anfang als besagter Klumpen im Kerker und es beginnt von vorn, Rogue-lite eben. Allerdings dürfen wir aus einem Teil der gesammelten Goldmünzen und Zellen Upgrades kaufen und verbessern. Somit kämpfen wir uns in jedem Durchgang etwas weiter, erreichen neue Gebiete, Bosse und Waffen.

Testsystem

Betriebssystem: Linux Mint 19 (Kernel 4.18.1)
Prozessor: AMD Ryzen 1700
Speicher: 32GB
Grafikkarte: Nvidia GTX 1080 (396.51)
Steuerung: XBOX One S Controller, Steam Controller

Grafik

Das Spiel kommt in einer Pixelartgrafik daher die zwar düster ist, aber dennoch mit vielen farbenfrohen Lichteffekten glänzt. Besonders die Waffen- und Splatter-Effekte sind nett anzuschauen und die Beleuchtung lässt einen fast vergessen, dass man sich in einem Kerker befindet. Dabei wurde auf viele Details geachtet, so das es sich immer mal wieder lohnt einen Blick auf den Hintergrund zu werfen, besonders in den Außenarealen.

Steuerung

Empfohlen wird ein Gamepad zur Steuerung, darauf weißt das Spiel mit dringlicher roter Schrift hin, falls kein Controller angeschlossen ist. Ich testete den XBOX One S Controller mit dem xpadneo Treiber und dem Steam Controller.

Der XBOX One S Controller wurde problemlos erkannt und auch der Rumble-Effekt funktioniert. Der Steam Controller funktionierte nach Anpassungen (mehr dazu im Technik Abschnitt) ebenfalls. Allerdings muss man hierbei auf Rumble-Effekte verzichten.

Die Steuerung ist dabei leicht zu erlernen und immer direkt. Aber Obacht, gedrückte Buttons werden gespeichert, wer 3 mal die Angriffstaste drückt, wird feststellen das diese abgearbeitet werden. Wahlloses Buttonsmashing ist hier nicht angesagt.

Gameplay

Die Grundtechniken sind einfach: Doppelsprung, Ausweichen, Haupt- und Sekundärwaffe, bis zu 2 Gadgets und einen Lebenstrank den wir benutzen können. Damit heißt es sich durch die durchaus verzweigte und auf Jump & Run ausgelegte Welt zu manövrieren und kämpfen. Die Gegner sind durchaus anspruchsvoll, bereits am Anfang. Man kann diese auch umgehen, lässt dafür dann aber auch Zellen und Gold zurück. Dafür erwarten uns spezielle Gegenstände hinter Türen die sich nach einer gewissen Zeit schließen und somit nur dem schnellen Spieler offen stehen (Speedrun). Es bleibt dem Spieler also selbst überlassen, ob er lieber schnell durch die Gebiete reist, oder doch schnetzelnd Gold und Zellen sammelt. Gerade im späteren Verlauf wird man sich doch eher an den Gegnern vorbei mogeln, da diese durchaus repetitiv werden.

Dabei lauert der Tod überall, selbst vermeintlich leichte Gegner können in Kombination mit anderen Gegnern oder Fallen durchaus zur Gefahr werden und schneller als uns lieb ist landen wir wieder als Klumpen im Kerker. Verziehen werden einem Fehler in Dead Cells nur selten. Der Frustrationslevel hält sich dabei aber in Grenzen, da die meisten Tode selbst zu verantworten sind, denn unfair ist das Spiel nicht. Lediglich die Bosse sind übermenschlich stark, deren Angriffsmuster dafür schnell durchschaut und so lassen sich Taktiken entwickeln um sie zu besiegen.

Technik

Das Spiel wurde basierend auf der HEAPS Engine in Haxe plattformübergreifend programmiert und ich hatte kaum Probleme mit dem Spiel. Es ist mir im gesamten Test nicht ein einziges mal abgestürzt. Der Hauptmonitor wurde auf meinem Dualmonitor-Setup automatisch erkannt, wie auch die Auflösung (1080p). Mein XBOX One S Controller lief ebenfalls out of the box und die Performance war durchgehend hervorragend.

Das einzige was nicht funktionierte, war das Steam Overlay. Dies lässt sich im Spiel nicht öffnen da es nicht gestartet wird, das hat natürlich Auswirkungen auf den Steam Controller, denn dieser ist darauf angewiesen. Ich konnte den Steam Controller nur deswegen im Spiel verwenden, da ich ihn als XBOX Controller für die Desktop Steuerung eingerichtet habe. Dies sollten Nutzer des Steam Controllers im Hinterkopf behalten und der Entwickler dringend nachbessern!

Über den Steam Workshop lassen sich zudem Modifikationen für das Spiel herunterladen. Dead Cells bietet ebenfalls eine Twitch-integration, darüber können die Zuschauer Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen, dies wurde von mir allerdings nicht getestet.

Kaufen

Dead Cells kann für 24,99€ im Steam Store, Humble Store und DRM-frei bei GOG.com für Linux erworben werden.

Fazit

Wer auf Metroidvania und Rogue-lite steht, kann bei Dead Cells bedenkenlos zugreifen. Das Spiel hat mir im Test sehr viel Spaß gemacht und ich werde noch viele weitere Stunden darin verbringen! Lediglich die fehlende Steam Overlay Unterstützung stößt ein wenig sauer auf, besonders im Hinblick auf den Steam Controller.

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