Sid Meier's Alpha Centauri

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Obwohl das Spiel heute durch den Konkurs von Lokigames recht schwierig zu bekommen ist, habe ich noch eines bei lob.de gefunden. Als Nachfolger des legendären Civilisation, gemacht von dem nicht weniger legendären Sid Meier hat mich der Linuxport doch wirklich interessiert.

Das Spiel

Prinzipiell ist dies ein inoffizieller Nachfolger respektive Ableger der Civilisation Reihe. Obwohl das Spielprinzip weitestgehend bekannt sein sollte, werde ich es hier kurz beschreiben: Man beginnt, in isometrischer Perspektive, eine Zivilisation aufzubauen, Techniken zu erforschen, natürlich mit dem Ziel, diese zum Sieg zu führen. Das geht immer rundenbasiert, allerdings in verschiedenen Varianten (alle gleichzeitig, alle nacheinander etc). Der Sieg ist nicht nur militärisch zu erreichen, man kann sich z.B. durch den hohen Rat zum Sieger wählen lassen, einen wirtschaftlichen Sieg erringen oder als erster ein Raumschiff bauen.

Siegbedingungen

Wie oben bereits genannt, gibt es verschiedene Möglichkeiten zu gewinnen. Man kann diese vor Spielbeginn einzeln abschalten, was besonders für den Multiplayer wichtig ist. Durch die vielen verschiedenen Möglichkeiten gestaltet sich das Spiel jedesmal anders, was es deutlich abwechslungsreicher macht, als es anfangs klingen mag. Auch kann so jeder Spieler für sich entscheiden, ob er lieber defensiv, diplomatisch oder aggressiv Spielt.

Spielverlauf und Spielumgebung

Das Spiel läuft rundenbasiert ab, dadurch ist es auch für den Anfänger möglich sein Vorgehen exakt zu planen. Es wäre untertrieben, das Spiel mit einem anderen Wort als komplex zu beschreiben, aber durch eine sehr umfangreiche und gut zugängliche Hilfe kann man schnell nachschlagen was einzelne Teile bedeuten. Wenn man nicht so tief einsteigen will, besteht fast immer die Möglichkeit den Vorgang zu automatisieren, so kann man z.B. seinen Terraformern (die Veränderungen der Umgebung vornehmen, Farmen anlegen, Strassen bauen etc) jede Bewegung einzeln vorgeben, ihnen sagen sie sollen überall Strassen bauen oder sie komplett automatisieren.

Die eigentliche Besiedelung findet wie in den meisten anderen Strategiespielen auch statt: Man schickt eine Einheit los, welche eine Stadt gründet. Hier ist es auch möglich die See zu besiedeln.

In jeder Stadt kann man Gebäude bauen, welche nur diese Stadt selber beeinflussen, meist ist die Funktion logisch (es sollte jedem einleuchten, dass ein Labor den Forschungswert der Stadt hebt). Die Städte werfen dann Ressourcen ab (Nahrung, Mineralien und Energie), mit welcher weiter gebaut wird oder die Stadt wächst. Es gibt auch Gebäude die es nur einmal im Spiel gibt und welche das gesamte Volk betreffen, diese nennt man Wunder. Dadurch, dass sie im Spiel wirklich nur einmal vorkommen können und der Effekt (wie auch der Preis) meist sehr groß ist, sind diese natürlich heiß umkämpft.

Je nach Einwohnerzahl und Zufriedenheit der Einwohner, sinkt und steigt auch der Forschungsoutput der Stadt, das kann letztendlich sogar bis zu Revolutionen einzelner Städte führen, welche dann nichts mehr produzieren. Um sowas zu vermeiden kann man den Bewohnern andere Aufgaben als die standard-Arbeit zuweisen, welche anderen Einfluss auf die Stimmung und den Output der Stadt haben. Auch einen Einfluss darauf, hat die Staatsform, welche in wiederum recht vielen Aspekten beeinflusst werden kann. All dies muss natürlich erst erforscht werden...

Einheiten und Gegner

Das besondere des Spieles ist seine hervorragende KI und die umfangreichen Diplomatiefunktionen. So schmieden die Gegner untereinander Bündnisse, verraten sich, kaufen Sympathie und erpressen auch durchaus einmal. Dadurch, dass es einen Planetaren Rat gibt, kommt eine weitere neue diplomatische Komponente dazu. Im Rat werden Entscheidungen getroffen, wie den Meeresspiegel zu heben/senken oder auch Greueltaten zu erlauben. Dazu kann man nachhelfen, indem man z.B. einen Gegner der gewünschten Entscheidung besticht oder ihn gar bedroht… auch Sachgeschenke in Form von Einheiten oder Städten sind möglich. Ein Gegner, mit welchem man immer rechnen muss, ist der Planet selber, welcher in Form von PSI Würmern auftritt, die auch stärkeren Einheiten durchaus zusetzen können (ihre Kampfkraft wird gegen die Moral gemessen, nicht gegen die Waffenstärke). Die Häufigkeit dieser Interventionen kann man in drei Stufen einstellen.

Die Funktion der Einheiten ist relativ schnell ersichtlich. Es gibt auch Ränge, in welchen die Einheiten durch Kampferfahrung aufsteigen und welche die Selbstheilung und die Kampfkraft stark beeinflussen. Einheiten kann man auf Wunsch auch komplett selber entwerfen, wobei man dann aus Chassis, Panzerung, Waffe, Reaktor (bestimmt die Anzahl der Züge) und Sonderfähigkeiten (wie z.B. Psi- oder Giftgasangriff, mehr Sichtweite oder Ähnliches) selber seine Wunscheinheit zusammenstellt. Dabei gibt es aber wieder zu beachten, dass zu jeder gewünschten Variante ein Prototyp gebaut werden muss, dessen Kosten rapide ansteigen, wenn die Einheit viel kann. So wird verhindert, dass sich jemand eine ultimative Einheit zusammenstellt, es lohnt sich mehr spezialisierte Einheiten aufzustellen und diese gezielt einzusetzen. Eine Ausnahme ist sicherlich die Planetenbrecherbombe, welche stark angelehnt an die Atombombe ist. Wo sie auftrifft verformt sich die Planetenoberfläche, es bildet sich ein großer Krater bzw ein See und ganze Landstriche mit mehreren Städten können in einem Zug vernichtet werden. Natürlich ist das Ding entsprechend teuer und v.a. eine Greueltat, sofern diese nicht erlaubt sind verhängt der Rat Sanktionen und kürzt die Handelserträge, meist reagieren die KI Spieler darauf, dass sie sich gegen den übermächtigen Spieler zusammenschliessen...

Multiplayer

Trotz und gerade wegen ist der Multiplayermodus das Königsstück. Mit menschlichen Spielern stehen einem die gleichen diplomatischen Optionen offen, man kann durch die gute KI sich auch gut mit einer KI gegen einen Menschen verbünden um diesem in den Rücken zu fallen, was bisher bei Strategiespielen ja nur sehr bedingt möglich war.

Die Möglichkeiten mit menschlichen Spielern zu operieren sind dabei vielfältig, man kann sogar via Email spielen, wobei das bei den eh sehr langen Spielen eher als Schmankerl zu verstehen ist. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass bei größeren Partien mit mehreren menschlichen Spielern auf großen Karten 100 MBit sehr hilfreich sind, da dann sehr viel los sein kann. Gut, dass man nach belieben speichern und sogar den eigenen Spieler mit einem Passwort versehen kann, dass niemand beim neuen laden den eigenen Spielcharakter übernimmt.

Grafik und Sound

Die Graphik ist weitestgehend als häßlich zu bezeichnen, der stark rote Planet ist keine wirkliche Schönheit. Durch die Graphik ohne GL läuft das Spiel auch problemlos im Fenster. Die Animationen sind akzeptabel, aber nicht nennenswert, genau wie die Waffeneffekte, welche bis auf die Planetenbrecherbombe nicht wirklich auffallen. Letztere hat jedoch einen riesigen grünen Atompilz, was recht dekorativ ist. Immerhin ist die Graphik zweckmässig, man erkennt sehr schnell, was wo gebaut ist und was wo steht. Wirklich schön sind die sehr zahlreichen Zwischensequenzen (für jedes Wunder eine!), die teilweise auch recht lang sind, sich nach einigen Spielen jedoch wiederholen.

Installation

aktualisierter Installer

Bei LIFLG gibt es einen aktualisierten (Beta-)Installer für das Spiel. Der Installer hat alle Patches sowie die nötigen Workarounds dabei um das Spiel auf aktuellen Distributionen zu spielen. Gestartet wird der Installer wie folgt:

chmod +x smac_6.0a-english_x86.bin 
./smac_6.0a-english_x86.bin

Die originale CD ist natürlich weiterhin notwendig.

originaler Installer

Die Installation ist eigentlich sehr einfach. Man mountet die CD, wechselt in das Dir und führt das Installationstool als root aus. Bei Debian sieht sowas im Normalfalle so aus:

mount /cdrom
cd /cdrom

su (root-Passwort eingeben)

sh setup.sh

Danach wird man durch die Installationsroutine geführt. Auch das updaten auf die aktuellste Version gestaltet sich dank des Loki Updaters als sehr einfach. Einfach loki_update als root ausführen.

Erwähnenswert ist, dass es einen Linux/PPC Port gibt. Man könnte auch sagen gab, denn leider scheitert dieses Pointrelease neuerdings (anscheinend durch eine erneuerte glibc). Im Prinzip installiert dieses Pointrelease eine normale X86 Version und patcht lediglich die Binaries um. Dieser Patch scheitert, leider hatte ich noch keine Zeit weiter zu schauen wieso. Es hilft jedoch sich von einem Freund die Binaries geben zu lassen, diese laufen nach wie vor ohne Probleme… die Schwierigkeit dürfte sein, jemanden zu finden, der Linux/PPC hat und die Binaries verschickt.

Lokalisierung

Mittlerweile existieren fuer Alpha Centauri und Alien Crossfire einige lokalisierte Versionen. Siehe MLLG.

Troubleshooting

  • Das Spiel ist nach dem Starten transparent!

Das Problem scheint von Compiz herzustammen. Versucht Compiz ohne Transparente Effekte zu konfigurieren, oder schaltet "composite" in der xorg.conf aus.

  • Wie schalte ich auf Fenstermodus?

Du kannst die Option "Fullscreen" auf 0 setzen in der Konfigurationsdatei ~/.loki/smac/Alpha_Centauri.ini.

Screenshots und Videos
Chris2009
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Wie schaut das aus wenn man von diesem Spiel nur die Windows Version hat? Ich habe mir versucht die Linux-Version in einem Webshop zu bestellen Wartete aber nun fast zwei Jahre darauf :D

Und hab dann doch für 5,94 € die Englische Windows Complete Version bei Amazon bestellt.

Ist der Linux-Installer frei? Oder kann man das auch mit Wine spielen?

rettichschnidi
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Linuxinstaller: nein
Wine: Sieht schlecht aus

Chris2009
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Seufz, die Windows Version geht bisher nicht :/

Mag mir jemand seine Linux-Version verkaufen? ;)

Also als ich meinte ob der Linux-Installer (frei) ist meinte ich das jetzt nicht im Sinne einer GPL-Lizenz sondern ob man den so wie bei UT2004 oder ETQW zusätzlich herunter laden kann und die Windows-Version damit benutzen. Aber wahrscheinlich hast du mich schon richtig verstanden.. nun gut ich werde mal Schauen, einige haben das Spiel wohl doch noch spielen können mit wine 1.3.3. Aber ich mag auf die Filme nicht verzichten.

rettichschnidi
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IXSoft:

Bei diesem Bundle handelt es sich nicht um die Loki-Version des Spiels sondern um die vollständige Windows-Version incl. Alien Crossfire, aller Updates und Erweiterungspakete. Eine mitgelieferte Linux-Installer-CD inclusive Installationsanleitung ermöglicht es, das komplette Spiel auch unter Linux zu installieren und es nativ ablaufen zu lassen. Der Linux-Installer greift dazu auf die Resource-Dateien der Windows-Version zurück, das Spiel selbst ist jedoch unter Linux32 mit kompatiblen Bibliotheken lauffähig.

Gibt also Leute, welche die eine Windowsversion verkaufen und die Linuxversion dazupacken. IMHO ganz OK, weil der einzige Weg um noch an eine solche Version zu kommen. Könntest es ja auch so machen.

Chris2009
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Hmm.... :D

Ja genau da hab ich das bestellt ist schon Jahre her. Ich hab allerdings lange nicht in den Artikel geschaut. Jetzt ärger ich mich das ich das nicht eben (oder letztes Jahr) ausprobiert hab.

Aber dachte halt "man muss den Linuxern auch was gutes Tun" und hab deswegen auch bei Ebay das Spiel nicht ersteigert.

Aber dann setze ich mich morgen vielleicht noch mal dran und versuch das "native" zu installieren. Den Installer (beta) hab ich mir schon runter geladen.

Ich weiß jetzt schon das ich dieses Spiel lieben werde (die Stimmung) die Pixel, so viel Text und Umfang, schade das Civilization5 nicht ein bisschen mehr geworden ist wie Alpha Centauri. :)

Chris2009
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Zu früh gefreut.

Geht nicht mit meiner Version, weil der hier genannte Installer besteht auf die Loki-Version der CD und deswegen fängt er nicht mit dem Kopieren an.

rettichschnidi
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Hast du den von LIFLG? Falls ja: Den habe ich gemacht und der funktioniert (wie alle anderen aktualisierten Loki-installer dort) nur mit der dazugehörigen Loki-Scheibe.

Chris2009
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Ich spiele das Spiel in der Engl. Windows-Version mit Cedega, das geht, die texte sind kaum lesbar, aber nach der Lokalisierung mithilfe der Dateien von:

http://alphacentauri.us/d-tools.html

Kann man es spielen. Ich habe leider etwas falsch gemacht und immer noch Stücke der Englischen Version drin. Sound ist auf Deutsch, die meisten Texte und vor allem die Einstellungen und Tutorials sind auf Deutsch. Dies reicht mir damit ich das spielen kann. Ich werde aber die Augen weiterhin nach einer Linux-Version offen halten.

Wenn ich die kommenden Wochen Zeit finde, werde ich die Punkte die man dabei beachten muss hier ins Wiki schreiben, auch wie man die Rar-Dateien ohne Windows entpackt usw...